Die Gute Nachricht in einer Konsumkultur

Vor Jahren traf ich ein junges Ehepaar in Dresden, junge Leute, die ziemlich verzweifelt waren. Er war vom Westen, ein Wessi wie sie damals bezeichnet wurden, und hat sich in eine „Ossi“ verliebt und kam auch dann in den Osten, um sich dort in diesem für diesen Wessi scheinbaren „Neuland der unbegrenzten Möglichkeiten“, ein Leben nach seinen Vorstellungen aufzubauen. Seine Vorstellungen und Träume waren, ein Leben unabhängig vom Staat zu leben, auf einem Hof, nicht nur als Selbstversorger, sondern auch unabhängig von städtischem Strom und Wasser zu sein, und vor allem, weg von der Konsumgesellschaft, für die Dinge das wichtigste im Leben sind.

Er fand auch den passenden Hof zu einem günstigen Preis, mit sogar noch einem eigenen, alten Brunnen und seine Hoffnungen standen hoch, seinen Traum hier erfüllen zu können. Doch seine Freude währte nur, bis er den ersten Gang zu einer Behörde machen musste und ihm dort erklärt wurde, dass das nicht erlaubt ist und jenes nicht gestattet und für anderes eine Sondergenehmigung erforderlich ist …

Er fand heraus, dass solch ein Leben, unabhängig vom Staat praktisch unmöglich ist. Du lebst in diesem Land und musst deshalb nach unseren Regeln leben – fertig. In den Nachrichten hörten wir eine Zeitlang von Leuten, die sich einfach ihren eigenen Staat gründen wollten, nicht mehr zur BRD gehören wollten. Und in Dresden selbst gab es Leute, die in einem bestimmten Stadtteil auch ihren eigenen Staat angefangen haben aufzubauen – ihr könnt hier darüber lesen.

So viele Menschen suchen nach einem alternativen Lebensstil, wollen sich nicht vom Staat und seiner Konsumgesellschaft manipulieren lassen. Dazu gehören jetzt auch die Querdenker die gegen Vorschriften vom Staat sind – ob berechtigt oder nicht, ich kann mit solchen Menschen sympathisieren, da ich selbst, wie ich jung war, am Rand von Selbstmord stand, weil ich die Welt und wie sie war, nicht mehr ertragen konnte und keinen Ausweg sah.

Wie kann man solchen Menschen begreiflich machen, dass der einzige wirkliche Ausweg in Jesus liegt, dass er die ultimative Alternative ist? Ihm zu folgen bedeutet, in dieser Welt zu leben, aber nicht von dieser Welt zu sein. Die Staatsgewalt zwar anzuerkennen und ihr gehorsam sein (die Bibel warnt nur vor dem Malzeichen des Biestes, dass wir das nicht annehmen, aber das ist ja noch nicht da), aber in deinem Herzen bist du frei, gehörst zu Gottes himmlischem Reich, das zwar nicht von dieser Welt ist, du aber seinen himmlischen Frieden und dessen Freude jetzt schon genießen kannst.

Ich gehöre noch zu der Generation, die „Kunden“ genannt wurden, wenn sie ein Geschäft betraten und der Kunde war König für die Geschäftswelt. Heute sind wir keine Könige mehr, sondern Konsumenten und Verbraucher. Ich kann mir nicht helfen, aber jedes Mal wenn in der Politik, den Nachrichten oder sonst wo von Verbrauchern die Rede ist, fühle ich mich als Mensch degradiert zu lediglich einem Instrument, um die große Maschinerie der Marktwirtschaft, basierend auf einem steten Konsum zu füttern und in Gang zu halten (zu jedermanns Wohl natürlich). Doch obwohl die Auswirkungen von solch einer Wegwerfgesellschaft in der Zerstörung der Meere und der Umwelt klar zu sehen sind, passiert nichts radikal Veränderndes. Dazu braucht es wahrscheinlich diesen Supermann, der als Weltleiter schon lange und sehnlichst erwartet wird, unter Christen auch AC genannt. Und er ist am Kommen, davon bin ich überzeugt. Was aber ist mit Jesus Gebot in Markus 16,15 „Geht in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die gute Botschaft (das Evangelium).“

Hier sind verschiedene Artikel zu dem Thema:

Die Gute Nachricht in einer Konsumkultur

In einem sehr scharfsinnigen Buch mit dem Titel „Life: The Movie“ argumentiert der Autor Neal Gabler, dass die Unterhaltung die Realität erobert hat. Das ganze Leben ist zu einer Bühne geworden, und der Weg zum Erfolg führt über den Weg, eine Berühmtheit zu werden. Gabler behauptet, dass wir unser Leben damit verbringen, zu kaufen und zu shoppen, entsprechend den Vorstellungen und Idealen, die wir haben, um uns für unser eigenes Image zu formen.

Konsumgesellschaft-3Werbung die bedeutende Prominente als Model für Modemarken, Sportartikel und Kosmetika benützt, vermittelt uns auf subtile Weise, dass auch wir wie unsere Helden sein können, wenn wir diese Artikel besitzen. Wir werden strategisch davon überzeugt, dass wir den Reichen und Berühmten nicht einfach nur zusehen müssen; wir können sie werden. Unser heutiges Kreditsystem und die Verfügbarkeit von leicht zugänglichen Gütern garantieren uns, dass wir die Rolle oder die Rollen spielen können, die wir uns aussuchen.

Konsumgesellschaft-5Die praktischen Hilfsmittel sind vielfältig. Kredit- und Finanzierungsmöglichkeiten fragen unverblümt: „Warum warten?“ In früheren Zeiten mussten die Menschen abwägen, ob sie sich solche Dinge leisten konnten, und sie mussten vielleicht warten, während sie dafür sparten. Die Zeitspanne zwischen dem Anschauen und dem Haben war oft beträchtlich, aber das ist vorbei. Die Botschaft ist klar: Wir können es haben, wenn wir es wollen, und wir können es jetzt haben. Das hat natürlich einen hohen Preis in Form von steigenden Schulden und Ängsten. …

Geht es im Endeffekt darum, um jeden Preis Geld zu verdienen? Bedeutet glücklich sein, zu bekommen, was man will, wenn man es will? Vielleicht ist es an der Zeit zu erkennen, dass das Leben weit mehr ist als diese trivialen, aber mächtigen Ansichten. Vielleicht ist es auch an der Zeit, ein Machtwort zu sprechen und darauf zu bestehen, dass das wirkliche Leben weitaus nuancierter, zielgerichteter und ganzheitlicher ist als das, was die Propheten des Materialismus zu bieten haben.

images 4.phpDie christliche Sichtweise und Alternative ist, das Produkt eines persönlichen, liebenden Schöpfers zu sein und unser Leben, unsere Möglichkeiten und unsere Ressourcen als Geschenke zu betrachten. Wir interagieren mit der Natur und der materiellen Welt, wir sehen Gott in ihr, aber wir haben auch andere Dimensionen innerhalb unserer Natur. Der Psalmist erklärt dies auf eine Weise, die ein Großteil der Welt ablehnt: Die Erde ist erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.“ Weil wir von Gott und für Gott geschaffen wurden, liegt unsere größte Ehre,– unser Anspruch auf Ruhm – in Gott.

Die Anmaßungen der Welt sind zahlreich, die Verlockungen groß und die Anziehungskraft mächtig.

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Doch in einer Welt, wo sich Begierden dir aufdrängen, wie auch penetrante Forderungen und hemmungslose, nimmer enden wollende Schwelgerei, ist eine andere Stimme zu hören:

„Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.“

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Die Antwort liegt nicht in einem Produkt, sondern in einer lebendigen Person. – Stuart McAllister.

Vermittlung der Botschaft in unserer heutigen Kultur

Als Christen stehen wir vor der Aufgabe, der Welt von heute die gute Nachricht, das Evangelium, Gottes Botschaft der Liebe und des Heils, zu überbringen. Um dies auf verständliche Weise zu tun, ist es wichtig, die grundlegenden Veränderungen in der Gesellschaft zu verstehen, die sich auf die Weltanschauung, die Werte und die Wahrnehmung des Christentums durch viele Menschen ausgewirkt haben. Die Erkenntnis, dass diese Veränderungen tiefgreifend sind und Ängste und Unsicherheiten sowie Skepsis mit sich bringen, kann uns helfen, die Botschaft auf eine Weise zu vermitteln, die diejenigen anspricht, die wir zu erreichen beauftragt sind.

Wir wissen, dass das Evangelium eine Botschaft für die heutige Welt ist, aber die Art und Weise, wie wir diejenigen erreichen können, die sich von der Botschaft noch nicht angesprochen fühlen oder die aus dem einen oder anderen Grund von ihr abgeschreckt wurden, ist eine ständig wachsende Herausforderung. Die moderne Welt hat sich in den letzten dreißig Jahren unglaublich schnell verändert, und sie verändert sich weiter. Der Säkularismus hat Denk- und Einflussbereiche mit Werten durchsetzt, die Eigennutz und Materialismus fördern, sowie mit anderen Werten, die mit christlichen und traditionellen Werten unvereinbar sind und diese letztlich untergraben.

Inzwischen sind bestimmte Grundsätze oder Konzepte, die im letzten halben Jahrhundert im Westen als Grundpfeiler akzeptiert wurden, nicht mehr so solide wie angenommen. Viele Menschen fühlen sich unsicher, was ihre Zukunft angeht. Sie haben viel weniger Vertrauen in staatliche, religiöse und erzieherische Institutionen oder in die Wahrhaftigkeit dessen, was sie in den Nachrichten und Medien lesen und hören. Selbst das Sparen von Geld ist mit einem erhöhten Risiko verbunden, da viele Finanzinstitute gescheitert sind und sogar Länder am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs stehen.

Das heutige kulturelle, gesellschaftliche, intellektuelle, säkulare und moralische Umfeld, gepaart mit einer weit verbreiteten Infragestellung, Skepsis und Ablehnung dessen, was jahrelang als akzeptierte Normen und Werte galt, hat bei vielen Menschen zu einem grundlegenden Wandel ihrer Werte, ihrer Ethik, ihrer Weltanschauung, ihres Verhältnisses zu Autoritäten und ihres Umgangs mit anderen Menschen geführt. Für viele ist es viel schwieriger zu wissen, worauf sie vertrauen können. Während die einen aufgrund der Bedingungen in der Welt und in der Gesellschaft zur Botschaft des Evangeliums hingezogen werden, ist es für andere aufgrund des Umfelds der heutigen Welt viel schwieriger, sich mit ihr zu identifizieren, geschweige denn, sie zu glauben oder sie anzunehmen.

Dies stellt diejenigen von uns, die sich der Verbreitung des Evangeliums verschrieben haben, vor zahlreiche Herausforderungen, nicht zuletzt vor die, dass wir aufgerufen sind, eine Botschaft über einen Mann zu überbringen, der vor 2.000 Jahren lebte, starb und wieder auferstand – mit dem Anspruch, dass dies die wichtigste Botschaft ist, der sie jemals begegnen werden. Daher ist es für den missionarisch gesinnten Christen von entscheidender Bedeutung, neue und kreative Wege zu finden, um die zeitlose Botschaft von der Liebe Gottes in einer Weise auszudrücken und zu vermitteln, die die Menschen der heutigen Welt anspricht. Zweifellos hatten auch die Christen der Vergangenheit in ihrer Zeit Herausforderungen zu bewältigen, aber die Welt von heute ist unsere Herausforderung.

Wir stehen vor der Herausforderung, Jesus so darzustellen, dass Er bei den Menschen, mit denen wir zu tun haben, Anklang findet, vor allem, wenn – zumindest im Westen – viele Nichtchristen Werte vertreten, die dazu führen, dass das Christentum als irrelevant für ihr Leben und ihre Weltanschauung angesehen wird. In vielen Ländern kann es mitunter schwierig sein, das Thema Gott, geschweige denn Jesus, anzusprechen, weil der weit verbreitete Säkularismus und Materialismus den Glauben an Gott ersetzt und Ihn für ihr Glaubenssystem irrelevant gemacht haben.

Viele Menschen sind heute misstrauisch gegenüber den Botschaften, die sie hören, und warum sollten sie das auch nicht sein? Jeden Tag werden sie im Internet, im Fernsehen, in den Nachrichten und in der Werbung mit Botschaften bombardiert, dass sie dieses, jenes und das andere brauchen, dass dies die richtige Art zu denken, die richtige Haltung ist. Die Botschaft des Evangeliums mag ihnen wie eine weitere Werbung erscheinen, die ihnen sagt, was sie brauchen, wie sie leben sollen, was sie glücklich machen wird. Die Menschen sind oft nicht geneigt, solchen Botschaften zu vertrauen, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass viele Botschaften wenig oder gar keine Aussagekraft haben. Sie sind auf der Suche nach Antworten, aber viele sind vorsichtig, wenn es darum geht, wem sie ihr Vertrauen schenken.

Um den Menschen das Evangelium wirksam nahe zu bringen, muss man mit ihnen in Beziehung treten. Um die Menschen in deiner Stadt oder deinem Land zu erreichen, oder diejenigen, mit denen du beruflich zu tun hast, oder deine Nachbarn und Bekannten, musst du sie verstehen, ihre Kultur, ihre Werte.

Jeder Mensch in jedem Land oder jeder Kultur verdient und ist auf das Hören des Evangeliums angewiesen. Als Christen haben wir den Auftrag, es den Menschen in dem Land, der Kultur und der Gemeinschaft, in der wir leben, auf eine Weise zu bringen, die sie am leichtesten nachvollziehen, verstehen und annehmen können. – Peter Amsterdam (Das hier mag dir dabei helfen)

Dem Konsumevangelium entgegentreten

Das Konsumevangelium (im Gegensatz zum biblischen Evangelium) hat drei Kernaussagen:
● wir sind dazu geschaffen, individuelle Konsumenten zu sein;
● wir sind dazu bestimmt, passiv zu sein;
● unsere einzige Pflicht ist es, mehr zu konsumieren.

Der erste Grundsatz bezieht sich auf unsere Identität: Wer wir sind und wie wir uns selbst sehen. Der zweite Grundsatz bezieht sich auf unsere Handlungsfähigkeit: wie stark wir befähigt sind, Veränderungen zu bewirken und die Welt um uns herum zu beeinflussen. Der dritte Grundsatz bezieht sich auf unseren Zweck: Was ist unsere Daseinsberechtigung und unsere Lebensweise? Das Konsumevangelium durchdringt jeden Teil unserer Persönlichkeit und steht im Widerspruch zu dem Evangelium und zu dem Gott, der in der Heiligen Schrift offenbart wird.

Gott ist kein Konsument, kein Verbraucher. Gott ist ein Schöpfer. Nach dem Bilde Gottes geschaffen zu sein bedeutet, dass auch wir dazu geschaffen sind, zu erschaffen. In Epheser 2,10 heißt es, dass wir „Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat.“Reesheda Graham-Washington und Shawn Casselberry 

Geformt für ein größeres Ziel

Jesus hat oft über die Anforderung die der Materialismus hat, gesprochen. Sicher, da gab es noch nicht all die Werbung, Marken, Kosmetika und Modemagazine, aber Er erklärte in Lukas 12, wie die Dinge sich unserer Herzen bemächtigen und unser Herr werden können. Er sprach darüber, wie leicht wir unser Herz dem falschen Muster anvertrauen, wir unseren „Schatz“ definieren und am Ende dem Geld dienen.

Paulus schreibt in Römer 12,2 dass wir „nicht gleichförmig dieser Welt werden“, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Paulus schrieb nicht über den Konsumismus als solchen, sondern darüber, wie die vorherrschenden Werte des Landes uns zu formen vermögen. Der Konsumismus als fortschrittlicher kultureller Ausdruck des Materialismus ist nur ein moderner institutionalisierter Ausdruck desselben Egoismus, der schon immer das Problem war. Als Christen sind wir aufgerufen, mit einer anderen Hoffnung und Sehnsucht zu leben und uns daran zu erinnern, dass wir für ein größeres Ziel geformt sind. …

Die biblische Geschichte von Daniel zeigt, wie wir in Babylon – einem Reich, das falsche Anbetung symbolisiert – leben und sogar gedeihen können. Daniel hatte sich in seinem Herzen vorgenommen, zu einem bedeutenderen Reich zu gehören. Er betete mit Freunden, die gleiche Werte vertraten, und suchte deren Unterstützung. Er besann sich oft auf Gottes Bestimmung für ihn (mindestens dreimal am Tag) und erinnerte sich daran, dass alles, einschließlich seines Verstandes und seiner Fähigkeit, Träume zu deuten, von Gott stammte und dass nur Gott die höchste Ehre gebührt. …

Als Christen sind wir aufgerufen, unser Leben einer anderen Geschichte zu widmen. Wir sollen nicht angepasst, sondern verwandelt werden. Römer 12,1–3  Wir werden konsumieren, aber mit einer anderen Brille, auf eine andere Weise. Wir werden unsere Hoffnung, unsere Sehnsucht und unsere Identität in Jesus finden, und ironischerweise finden wir unser Leben, indem wir es aufgeben, verschenken – indem wir uns von unseren eigenen Zielen abwenden und den Zielen Gottes dienen. Wir werden Menschen wertschätzen, uns Zeit nehmen, um zu wachsen, zu dienen, zu teilen und auf eine Weise Gottesdienst zu feiern, die der Kommerzialisierung widersteht. Wir werden zur Ehre Gottes leben in einer Welt, die sich auf sich selbst konzentriert. Dies ist der Ausgangspunkt für ein erfülltes Leben, das für jetzt und für die Ewigkeit von Bedeutung ist. – Brendan Pratt 

Bist du zu dem Schluss gekommen: „Mann es ist nicht einfach ein Christ zu sein“ dann schau dir auch das hier an.

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