Jesus aus Hintertupfingen?

Wir Menschen sind so anders, als Gott es ist. Wir richten uns nach dem Ansehen, das ein Mensch oder eine ganze Stadt in den Augen der anderen hat, während Gott sich nicht um irgendwelche von Menschen aufgestellten Maßstäbe oder Werte schert.

Gott wählt die Schwachen aus, um die Mächtigen und Angesehenen zu beschämen. Der scheinbar absurde Plan Gottes (göttliche Torheit) ist immer noch viel weiser als der weiseste Plan der Menschen, und die Schwäche Gottes ist weitaus stärker als die Menschen sind. Erinnert euch, liebe Brüder, dass nur wenige von euch in den Augen der Welt weise oder mächtig oder angesehen (vornehm, edel) waren, als Gott euch berief. Gott hat das auserwählt, was in den Augen der Welt gering ist, um so diejenigen zu beschämen, die sich selbst für weise (jemanden angesehenem) halten. Er hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen. Er hat das erwählt, was von der Welt verachtet und gering geschätzt wird, und es eingesetzt, um das zunichtezumachen, was in der Welt wichtig (angesehen) ist, damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann. – 1.Korinther 1,25-29

Jesus erklärt, dass die Niedrigsten der Gesellschaft, die Huren und Zöllner, die den Menschen privat das Geld rauben, eine größere Chance haben, in den Himmel zu kommen, als jene, die von anderen Menschen als „gut und rechtschaffen“ angesehen werden. Denn die „guten“ Menschen sehen keine so große Notwendigkeit für Gottes Barmherzigkeit und Gnade, weil sie ja aus eigener Kraft versuchen, gut zu sein. Während die „Sünder“ sehr wohl wissen, wie sehr sie Gott und seine Vergebung und Gnade brauchen.

Aufgrund unseres Denkens, das so konträr zur Denkweise Gottes ist, haben wir deshalb auch so viele falsche Vorstellungen über Jesus und woher er kam, wer er war und was seine Botschaft war. Der folgende Artikel rückt die Herkunft Jesu ins rechte Licht und in die Sichtweise Gottes.

Der Gott aus Hintertupfingen

Scott MacGregor

Kürzlich musste ich feststellen, wie falsch meine Vorstellungen davon waren, wo Jesus als Kind und junger Mann lebte.

Palästina-Herodes-

Ich habe immer gewusst, dass Galiläa im Norden Israels liegt und ziemlich weit von der großen Stadt Jerusalem entfernt zu finden ist, aber erst in letzter Zeit ist mir klar geworden, wie weit abgelegen Galiläa war und welche Auswirkungen das auf Jesus und Seine Anhänger und auch auf die Juden Seiner Zeit hatte. Ich möchte dir hier einige Hintergrundinformationen geben.

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Galiläa selbst ist größtenteils eine zerklüftete und hügelige Region, die viele Jahrhunderte lang außerhalb des Hauptstroms der jüdischen Kultur und des jüdischen Lebens lag.

Als sich Israel nach dem Tod von König Salomo in zwei Königreiche aufteilte, gehörte Galiläa zum Nordreich, das die Anbetung des einen wahren Gottes abschaffte und schließlich im Jahr 721 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurden die herrschende Klasse und die Stadtbewohner deportiert, aber es scheint, dass die Armen zurückblieben und ihr Leben weiterführen konnten.

Später wurde das südliche Königreich 586 v. Chr. selbst auch erobert und die Bewohner verschleppt. Doch schließlich durften sie zurückkehren, bauten ihren Tempel wieder auf und stellten die Thora, die ersten fünf Bücher der Bibel, zusammen. Sie richteten ihre Regierung und ihre Religion nach diesen fünf Büchern aus. Mit den verbliebenen Bewohnern des Nordreichs, die in Galiläa lebten, hatten sie jedoch noch immer keinen Kontakt.

Schließlich gerieten beide Gebiete unter die Herrschaft der griechischen Seleukiden, bis sich die Juden in der Gegend um Jerusalem auflehnten und unter einer jüdischen Dynastie namens Makkabäer ihre Unabhängigkeit erlangten. Als die Makkabäer an die Macht kamen, machten sie sich daran, die Länder in ihrer Umgebung zu erobern, und um 100 v. Chr. nahmen sie das Gebiet von Galiläa ein und setzten ihre Gesetze – die Gesetze aus den ersten fünf Büchern der Bibel – in dem Land durch. Seit dieser Zeit hatten sich die Galiläer in die jüdische Religion und Lebensweise wieder integriert.

Offensichtlich hielten die Juden aus der Gegend um Jerusalem nicht viel von den Galiläern. Sie sprachen offenbar sogar anders, wie die Bemerkung gegenüber Petrus in der Nacht des Prozesses gegen Jesus zeigt: „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer, zusammen … denn dein Akzent verrät dich.“ – Matthäus 26,73 Vielleicht sprach sogar Jesus selbst mit einem Akzent, der für die Judäer seltsam klang.

Die Hohenpriester und Pharisäer hielten die Vorstellung, ein Prophet, geschweige denn der Messias, könnte aus Galiläa kommen, offensichtlich für lächerlich. Sie verhöhnten sogar einen von ihnen, Nikodemus, weil er meinte, dies sei möglich: „Sucht in der Schrift und sieh selbst – kein Prophet kommt aus Galiläa!“ – Johannes 7,52 Und es scheint, dass das Heimatdorf von Jesus einen besonders schlechten Ruf hatte. Das Johannesevangelium berichtet, wie einer der Apostel Jesu, Nathanael, sagte: „Kann etwas Gutes aus Nazareth kommen?“ – Johannes 1,46

Selbst die Römer hatten keine gute Meinung von diesem Ort. In der Apostelgeschichte wird erwähnt, wie ein gewisser Judas aus Galiläa dort einen Aufstand anzettelte, bevor er getötet und seine Anhänger in alle Winde zerstreut wurden. (Vgl. Apostelgeschichte 5,37) Auch die Römer hatten dort in dem Jahr, in dem Jesus geboren wurde, einen Aufstand niedergeschlagen und Sepphoris, die wichtigste Stadt Galiläas, die nur wenige Kilometer von Nazareth entfernt war, zerstört.

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Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass der größte Teil von Jesu Wirken in Galiläa stattfand und Er nur gelegentlich in Judäa war. (Bild von J.J.J. Tissot, 1896) Kein Wunder wurde Er von vielen der kulturellen und intellektuellen Elite Seines Landes so schroff und abweisend empfangen. Manchmal frage ich mich, ob ich Ihn und Seine Lehren auch so schnell angenommen hätte, wenn ich zu dieser Zeit gelebt hätte. (Wir Menschen sind so langsam im etwas Neuem annehmen. Wie wir erzogen wurden und was die Richtlinien sind, sitzt so fest in unseren Gedanken, Sinnen und unserem Fühlen.)

Aber sie sind Ihm gefolgt. (Was für eine überzeugende Ausstrahlung muss Jesus gehabt haben – und Worte des Lebens, nicht zu vergessen!) Und nicht nur Menschen aus Galiläa, sondern Juden aus dem ganzen Mittelmeerraum. Nur 50 Tage nach Seiner schmachvollen Hinrichtung in Jerusalem versammelten sich Tausende von Juden in Jerusalem, (um Petrus, Johannes und die anderen Jünger herum) um ein wichtiges religiöses Fest zu feiern, und entschieden, dass dieser Galiläer nicht nur ein Prophet, sondern auch der lang erwartete Messias war, und schlossen sich begeistert der gerade entstehenden christlichen Bewegung an.
Was war in sie gefahren?

Die Antwort lautet, Gott, mit seinem Heiligen Geist, ist in sie gefahren, beeinflusste sie auf eine sehr bedeutende Weise. Die christliche Bewegung war geboren. (Wenn du damit nicht vertraut bist, dann lies die Apostelgeschichte in der Bibel. Viele Muslime haben die falsche Vorstellung, dass Paulus das Christentum gegründet hat, aber das ist fern von der Wahrheit. Lies deshalb die Geschichte der Apostel.) Und bald waren es nicht mehr nur Juden, sondern Menschen aus den unzähligen Nationen des Römischen Reiches und darüber hinaus, die den Glauben an den Gott vom Hinterland, was wir aus Hintertupfingen nennen würden, annahmen. Es dauerte über 300 Jahre, bis es in vielen Gegenden akzeptabel, ja Christ zu sein sogar wünschenswert war (um nicht zu sagen, das Gesetz des Römischen Reiches wurde, dann umbenannt in Heiliges Römisches Reich). Wenn man jedoch bedenkt, dass alles in dem wohl unbedeutendsten Teil der unruhigsten Provinz der römischen Welt begann, mit einem Mann, der etwa drei Jahre lang predigte und in seinen Dreißigern als Verbrecher hingerichtet wurde, ist das schon erstaunlich.

 Scott McGregor ist Autor und Kommentator und lebt in Kanada. Dieser Artikel wurde einem Podcast auf Just1Thing, [[www.just1thing.com]], einer christlichen Website zur Charakterbildung für junge Menschen, entnommen.

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Was die Urgemeinde des Christentums bewirkte (bevor daraus die Katholische Kirche wurde) findest du interessante Aspekte hier – Ehre wem Ehre gebührt – 

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