Gelebtes Christentum – Charakter

Gnade kontra Gesetz

Das ist etwas, das nicht so leicht zu verstehen ist. Als junger Christ konnte ich das lange nicht so richtig in mir aufnehmen, es hat Zeit gebraucht und des Herrn arbeiten in meinem Herzen, um mich für den Unterschied der beiden aufnahmefähig zu machen. Jemand hat ungefähr das gleiche Problem geäußert, wie ich es damals hatte und deshalb werde ich in nächster Zeit Artikel posten, die darin mehr Licht bringen sollen.

Es ist ein langwieriger Prozess bis wir los kommen von Gesetzen, die uns in Schranken halten und wir mit der Gnade alleine vertraut werden können – gelernt haben, was nun Liebe tatsächlich ist und sie durch uns wirken zu lassen, so dass wir keine Schränken mehr brauchen.

Ich bete, die nachfolgenden und noch kommenden Artikel werden euch allen helfen, in eurem Wachstum in Gnade zu Christus hin.

Gelebtes Christentum – 

Die Entfaltung des christlichen Charakters – Teil 1

Peter Amsterdam

Ein Schlüsselfaktor, um wie Jesus zu werden, ist einen göttlichen Charakter zu formen. Jeder Einzelne hat Charakter, der definiert ist als die Summe der Qualitäten, aus denen sich ergibt, wer jemand ist; und er spiegelt sich in seinem Gefühl, Denken und Verhalten wider. Charakter ist die Kombination von Attributen, die die moralischen und ethischen Handlungen und Reaktionen einer Person bestimmen. Die meisten Menschen haben natürlich einige gute und schlechte Charakterzüge. Einige Menschen, unabhängig von ihrem religiösen Glauben oder dessen Fehlen, haben einen überwiegend guten Charakter und eine starke Moral. Wir alle haben unseren Charakter im Laufe unseres Lebens entwickelt.

Der Fokus in diesem Artikel und im Folgenden liegt auf Charakterzügen, die die Schrift als diejenigen identifiziert, denen Gläubige nacheifern sollten und die uns zu Christusähnlichkeit führen. Diese Charakterzüge, die ich als christliche Charakterzüge bezeichne, können von anderen Charakterzügen unterschieden werden, die zwar gut sind, aber einen nicht unbedingt christusähnlicher machen. Zum Beispiel sind Kreativität, Flexibilität, Wachsamkeit, Entschlossenheit und andere gute Attribute, die man haben sollte, aber sie werden in der Schrift nicht direkt angesprochen im Gegensatz zu Glaube, Sanftmut, Geduld, Liebe, Dankbarkeit und anderen. Unser Fokus hier wird auf dem christlichen Charakter liegen.

Kein Christ ist vollkommen; wir alle machen Fehler, wir alle sündigen, und keiner von uns ist weder vollkommen Christusähnlich, noch werden wir das in diesem Leben auch erreichen. Unser Ziel ist es, dem Heiligen Geist (und dem Wort, das Geist und Wahrheit ist) zu erlauben, in uns zu wirken, unsere Gedanken, Ziele, Wünsche und unser ganzes Leben zu verändern, um mehr wie Christus zu sein. Während es bestimmte Dinge zu tun und Regeln zu befolgen gibt, ist es nicht ihre routinemäßige Einhaltung, die Göttlichkeit entwickelt, sondern ihre Anwendung ist ein Reagieren aus unserer Liebe zu Gott heraus, der in uns wohnt. Die Handlungen, die die Frömmigkeit widerspiegeln, kommen aus unserem Inneren, aus der Transformation, die darin wurzelt, dass wir in eine Beziehung zu Gott treten, damit wir zu neuen Schöpfungen werden. (2. Korinther 5,17) Durch das Werk des Heiligen Geistes wird unser Charakter verwandelt.

Natürlich müssen wir an uns arbeiten, damit wir in der Christusähnlichkeit wachsen können. Es gibt moralische Entscheidungen, die wir individuell regelmäßig treffen müssen, und spezifische Bemühungen und notwendige geistige Veränderungen zu machen, um unser Leben, unsere Gedanken und Handlungen mit den Lehren der Schrift in Einklang zu bringen. Aber all dies muss im Rahmen der Gnade Gottes gesehen werden. Wir haben auch eine Rolle zu spielen, aber die eigentliche Transformation kommt durch den Heiligen Geist.

Der christliche Charakter wurzelt in unserem Glauben daran, wer Gott ist – dass Er durch Sein Wort zu uns gesprochen hat; wir in Beziehung zu Ihm stehen; wir uns Ihm hingegeben haben; und deshalb wollen wir unser Leben aktiv nach dem leben, was Er in der Bibel offenbart hat.

Der christliche Charakter verlangt nach bewussten Entscheidungen, um dem Heiligen Geist zu erlauben, deinen Charakter zu transformieren. Es bedeutet, immer wieder richtige moralische Entscheidungen zu treffen, bis das Richtige, das Göttliche, zur zweiten Natur wird, zum Teil dessen, was man als Person ist. Nachdem du von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr, geistlichen Charakter geformt hast, wenn du plötzlich vor einer großen moralischen Herausforderung stehst, kannst du sie meistern, weil du dich in Göttlichkeit oder Christusähnlichkeit geschult hast. In gewisser Weise hast du moralische Muskeln aufgebaut; du hast dein Gehirn oder deine Seele neu verdrahtet, um auf eine Weise zu reagieren, die Gott verherrlicht. Du entwickelst bestimmte Attribute, die Christus widerspiegeln, wie Vergebung, Großzügigkeit, Demut und Dankbarkeit, und wenn du dich regelmäßig dafür entscheidest, zu vergeben, großzügig, demütig und dankbar zu sein, werden diese Eigenschaften bald Teil dessen, was du durch und durch bist. Das ist der Prozess der Entfaltung des göttlichen Charakters.

Durch die ganze Schrift hindurch finden wir das, was als christliche Eigenschaften angesehen wird, vor allem in der Liste der Früchte des Geistes: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung; gegen all dies steht kein Gesetz.“ –  Galater 5,22-23

Aber sie sind nicht auf diese allein beschränkt, da überall in der Schrift von zahlreichen anderen Merkmalen gesprochen wird.

Uns wird gesagt, dass wir mitfühlende Herzen haben sollen, Güte, Demut, Sanftmut, Milde, Freundlichkeit, Geduld und Vergebung; – Kolosser 3,12-14

dass wir an das denken sollen, was rein, schön, lobenswert, bewundernswert und ausgezeichnet ist; – Philipper 4,8

dass wir mit anderen Menschen so umgehen sollen, wie wir es von ihnen erwarten; – Matthäus 7,12

dass wir Gerechtigkeit, Heiligkeit, Glauben, Liebe, Ausdauer und Sanftmut anstreben; – 1. Timotheus 6,11

dass wir unser Wort halten; – Matthäus 5,36-37

dass wir gemäßigt, würdevoll, vernünftig und gut sind; dass wir Integrität bewahren; – 1.Titus 2,2-8

ehrlich zu leben, die Wahrheit zu sprechen und unsere Versprechen einzuhalten, auch wenn es wehtut; – Psalm 15

ein Beispiel in Sprache, Verhalten, Liebe, Glaube und Reinheit zu geben; -1.Timotheus 4,12

schnell bereit, zuzuhören, aber uns Zeit lassen, ehe wir reden oder zornig werden; – Jakobus 1,19

aus reinem Herzen zu lieben, aus gutem Gewissen und aufrichtigem Glauben; – 1.Timotheus 1,5

gastfreundlich zu sein; zu lieben, was gut, vernünftig, gerecht, heilig und diszipliniert ist; – Titus 1,8

großzügig und bereit zu sein, mit anderen zu teilen. – 1.Timotheus 6,18

Einige oder viele dieser Eigenschaften kommen für uns vielleicht nicht von selbst, und tatsächlich müssen wir uns zunächst vielleicht fast zwingen, sie anzunehmen. Das Ziel ist es, einen christlichen Charakter zu entwickeln, und wie der Apostel Paulus sagte, „…denn ihr habt eure alte, verdorbene Natur mit ihrem bösen Tun abgelegt und seid neue Menschen geworden, die ständig erneuert werden. Dies geschieht, indem ihr Christus immer ähnlicher werdet, so wie Gott es sich gedacht hat.“ – Kolosser 3,9-10 Christusähnlichkeit fordert eine bewusste Veränderung.

Wir müssen uns dafür entscheiden, Sünden, die zur Gewohnheit geworden sind, „zu töten“ und „wegzuwerfen“. Schlechte Gewohnheiten zu brechen und sie durch gute zu ersetzen, ist keine leichte Aufgabe, und ebenso wenig wie man sündige Einstellungen, Verhaltensweisen und Handlungen durch gute ersetzt. Es mag einige Gewohnheiten von Geist, Körper, Vorstellungskraft, Sprache und mehr geben, die wir verlernen müssen, um Platz für neue Gewohnheiten zu schaffen, die gelernt werden müssen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Christusähnlichkeit sowohl das Ablegen als auch das Anlegen von Charakterzügen erfordert. Oft konzentrieren sich die Gläubigen darauf, Eigenschaften sündiger Natur abzulegen. Wir sehen das Aufhören unserer Sünde als Ziel und glauben, dass wir dem Herrn näher sein werden, bessere Menschen und göttlicher, wenn wir diese oder jene Sünde überwinden. Während dies zwar zutrifft, ist der Kampf gegen unsere sündige Natur nur ein Teil der Anstrengung. Die Anweisung lautet: „Lasst euch stattdessen einen neuen Geist und ein verändertes Denken geben. Als neue Menschen, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes und zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit berufen, sollt ihr auch ein neues Wesen annehmen.“ – Epheser 4,23-24 Wir müssen göttliche Eigenschaften entwickeln und nicht nur gottlose abweisen. So wie wir berufen sind, die Eigenschaften unseres alten Selbst zu vernachlässigen, so sind wir auch berufen, die Eigenschaften des Neuen anzuziehen.

Die Herausforderung besteht darin, die Sünde bewusst abzulegen und die Frömmigkeit anzulegen und es dem Geist Gottes zu ermöglichen, uns in Richtung Christusähnlichkeit zu bewegen.

Da wir von so vielen Zeugen umgeben sind, die ein Leben durch den Glauben geführt haben, wollen wir jede Last ablegen, die uns behindert, besonders die Sünde, in die wir uns so leicht verstricken. Wir wollen den Wettlauf bis zum Ende durchhalten, für den wir bestimmt sind. … Die Nacht ist fast vorüber; der Tag der Erlösung kommt bald (Damals hätte es sich Paulus nicht träumen lassen, dass das noch ca. 2000 Jahre brauchen wird). Deshalb lebt nicht in der Finsternis mit ihren bösen Taten, sondern greift zu den Waffen des Lichts! – Hebräer 12,1; Römer 13,12

* * *

Was hilft, ist eine Art Tagebuch zu führen, in das ihr das schreibt, was zu euch „spricht“, was eine Erkenntnis war oder die Schriftstellen, die ihr euch merken sollt und sie dann auswendig lernt.

Die Entfaltung des christlichen Charakters – Teil 2

Peter Amsterdam

Auf Gott ausgerichtet sein, versetzt uns in die Lage, im christlichen Charakter zu wachsen. Unsere Liebe zu und Hingabe an Gott und Seinem Wort öffnet dem Heiligen Geist die Tür, um unseren Charakter zu verwandeln, um die Frucht des Geistes zu entwickeln – Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Gutherzigkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Zusätzlich zu diesen spezifischen Früchten kann auch jedes andere Merkmal, das in der Schrift als gottesfürchtig bezeichnet wird, als Frucht des Geistes angesehen werden, wie Demut, Mitgefühl, Dankbarkeit, Zufriedenheit und mehr.

Es mag zwar wie eine ziemliche Herausforderung erscheinen, diese Früchte zu manifestieren, aber wir können getröstet sein, dass wir in diesen Bereichen als Ergebnis des Wirkens des Heiligen Geistes in uns, wachsen. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Heilige Geist das ganze Werk tut und dass wir keine Verantwortung für die Entwicklung des christlichen Charakters tragen. Wir müssen offen sein, mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten und unsere Verantwortung erfüllen, in der Christusähnlichkeit durch die Führung und Ermächtigung des Geistes zu wachsen.

Unsere Hingabe an Gott sollte unsere Motivation sein, in einer Weise zu handeln, die Gott gefällt. Wir sehen diese Motivation in der alttestamentlichen Geschichte Josefs, als Potifars Frau versuchte, ihn zu verführen. Er lehnte sie nicht mit der Begründung ab: „Wenn ich das täte und mein Meister es herausfindet, könnte es meinen Kopf kosten.“ Stattdessen sagte er: „Wie könnte ich so etwas tun? Es wäre eine große Sünde gegen Gott!“ – 1.Mose 39,9

Unsere Motivation für unser Handeln sollte ein Gefühl der Hingabe an Gott sein. Der Apostel Paulus schrieb: „Was immer ihr esst oder trinkt oder tut, das tut zur Ehre Gottes!“ – 1.Korinther 10,31

Indem wir in Christus bleiben, entwickeln wir einen göttlichen Charakter. Die Kraft, uns zu verwandeln, kommt von außerhalb von uns. Wir müssen an die Quelle Jesu angeschlossen sein – und wir bleiben mit Ihm verbunden, indem wir in Ihm und Seinem Wort bleiben und in Gemeinschaft mit Ihm durch Gebet und Hingabe stehen.

Verantwortung und Abhängigkeit

Obwohl die Kraft, einen göttlichen Charakter zu haben, von Christus kommt, liegt die Verantwortung für die Entwicklung und Darstellung dieses Charakters bei uns. Uns wird gesagt:

„Wendet euch ab vom Bösen und tut Gutes. Bemüht euch, mit anderen in Frieden zu leben!“ – Psalm 34,15

„Bemühe dich um ein Leben, so wie Gott es will: geprägt von der Ehrfurcht vor Gott, von Glauben und Liebe, geführt mit Geduld und Sanftmut!“ – 1. Timotheus 6,11

„Nutze deine Zeit und Kraft, um im Glauben immer stärker zu werden.“ – 1. Timotheus 4,7

„Sollen wir besonnen, gerecht und voller Hingabe an Gott leben.“ – Titus 2,12

Während wir auf den Herrn für die Gnade und Kraft hoffen können, in Christus zu wachsen, können wir es nicht einfach von Ihm erwarten, dass Er uns göttlich macht. Ein gewisser Aufwand – in der Tat, ein großer Aufwand – wird von uns verlangt.

In gewisser Weise sind wir völlig abhängig vom Herrn, uns durch den Geist zu verwandeln; gleichzeitig sind wir aber auch voll verantwortlich, unseren Teil dazu beizutragen, es möglich zu machen. Wir sind aufgerufen, den moralischen Willen Gottes aktiv zu verfolgen, uns Gott zu widmen, alles zu tun, was wir können, um den christlichen Charakter zu entwickeln, nach den Lehren der Schrift zu leben und uns an ihnen auszurichten, und gleichzeitig vom Herrn abhängig zu sein, uns durch die Kraft des Heiligen Geistes in Sein Ebenbild zu verwandeln. (2.Korinther 3,18)

Im wachsen in der Christusähnlichkeit geht es nicht um Persönlichkeit oder Temperament; es geht darum, bestrebt zu sein, mit Hilfe des Geistes Gottes in jedem Bereich des christlichen Charakters zu wachsen. Wir alle haben Aspekte unserer Persönlichkeit, die sich bis zu einem gewissen Grad mit christlichen Charakterzügen decken. Einige Menschen sind von Natur aus großzügig, aufopfernd, geduldig usw.; aber selbst in solchen Bereichen drängt uns Gottes Geist, uns zu strecken und zu wachsen, oft durch unsere Herausforderung, vor der wir stehen und die uns auffordert, einen zusätzlichen Schritt oder eine zusätzliche Etappe zu gehen. Darüber hinaus gibt es Früchte des Geistes, die unserer Persönlichkeit sogar zuwiderlaufen können und viel mehr Aufmerksamkeit erfordern, um darin zu wachsen.

Egal, welche göttlichen Attribute für uns selbstverständlich sind, wir alle stehen vor der Notwendigkeit, zu wachsen, indem wir die Frucht des Geistes offenbaren. Wir alle haben unterschiedliche Herausforderungen, wenn es darum geht, die Frucht des Geistes in unserem Leben zu zeigen. Wenn wir von uns heraus bestimmte Früchte nicht zeigen, reicht es nicht aus, zu sagen: „So bin ich nun mal.“ Das Prinzip fürs Lernen und Anwenden ist, dass wir alle dafür verantwortlich sind, die Eigenschaften des göttlichen Charakters in ausgewogener Weise zu zeigen. Einige göttliche Eigenschaften sind schwieriger zu erlernen als andere. Diese werden zusätzliches Gebet und Aufmerksamkeit erfordern, aber das ist Teil des Wachstums in Christusähnlichkeit.

Das Wachsen in Christusähnlichkeit, im göttlichen Charakter, ist progressiv. Egal wie viel wir wachsen, es wird immer Raum für weiteres Wachstum geben. Wie Athleten, die regelmäßig trainieren müssen, um den Fortschritt, den sie gemacht haben, aufrechtzuerhalten, müssen wir in Frömmigkeit wachsen; wenn wir nicht vorankommen, werden wir zurückfallen. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, die Entscheidungen, die wir regelmäßig treffen und die Gewohnheiten, die wir entwickeln, trainieren unseren Charakter.

Der Apostel Petrus schrieb über falsche Lehrer: „Habgier ist ihre zweite Natur!“ – 2.Petrus 2,14 Die Implikation ist, dass wir uns nicht nur zur Frömmigkeit, sondern auch zur Gottlosigkeit schulen können.

Das Wachsen im göttlichen Charakter erfordert das Verständnis für die intime Beziehung zwischen Verhalten und Charakter. Wenn wir eine Handlung (ob gut oder schlecht) ständig wiederholen, wird diese Handlung schließlich zur Gewohnheit werden; sie wird Teil dessen, was wir sind, Teil unseres Charakters. Gleichzeitig kann unser Charakter auch unser Handeln bestimmen; wenn wir zum Beispiel selbstlos sind, dann helfen wir fast automatisch jemandem, der in Not ist, da unser Charakter uns dazu bringt, großzügig zu handeln. Wenn wir jedoch von Natur aus egoistisch sind, während wir uns selbst schulen, um den Egoismus zu überwinden, dann legen wir Wert darauf, den Bedürftigen regelmäßig zu helfen; und je mehr wir es tun, desto mehr wird es für uns zur zweiten Natur, und wir entwickeln einen selbstlosen Charakter.

Wir werden zu dem, was wir tun, und wie wir sind, so handeln wir. Unser Verhalten nährt immer unseren Charakter, und unser Charakter nährt auch immer unser Verhalten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir im Alltag Gottes Liebe sowohl im Verhalten als auch im Charakter praktizieren.

Das Wachsen in Christusähnlichkeit erfordert Engagement und Entschlossenheit sowie das kraftvolle Wirken des Heiligen Geistes in uns. In der ganzen Schrift hindurch wird von zahlreichen göttlichen Merkmalen gesprochen, und es wäre überwältigend und unrealistisch, zu versuchen, an ihnen allen gleichzeitig zu arbeiten. Die Charakterbildung braucht Zeit, sowohl beim „Anlegen“ göttlicher Eigenschaften, als auch beim „Ablegen“ ungöttlicher Eigenschaften. Wo man anfangen soll, ist eine Frage des Gebets, den Herrn zu suchen, um dir durch Sein Wort und durch den Geist zu zeigen, zu welchen Bereichen Er dich führen kann, damit du ihnen eine Zeit lang Aufmerksamkeit schenken kannst, und wann es an der Zeit sein könnte, dich auf einen anderen Charakterzug zu konzentrieren. Lass dich dabei vom Geist Gottes leiten.

Erwarte nicht, ein über Nacht Wunder zu werden. Es braucht Zeit, um sich zu verändern und zu wachsen. Sich verpflichten, den göttlichen Charakter zu erstreben und dann in Verbindung mit dem Geist zu arbeiten und um Führung und die Kraft zu beten, weiterhin auf die Göttlichkeit im Glauben, in der Handlung, im Verhalten und im Charakter hinzuarbeiten. Trage deinen Teil dazu bei, deine Segel zu setzen, damit der Atem Gottes dich in die Richtung des Wachstums in Christusähnlichkeit bewegen kann.

Beide Artikel basieren auf Punkten aus The Practice of Godliness von Jerry Bridges (Colorado Springs: NavPress, 2010). 

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Das bin ich…

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Mit 20 introvertiert, schüchtern, ohne Selbstvertrauen, mit nur einer Menge Minderwertigkeitskomplexen.

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Mit 26 eine neue Kreatur in Christus, voll Passion, meinem Retter gefallen zu wollen.

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Mit 33, mit meinen 3 Kindern und schwanger mit dem 4. immer noch sehr glücklich in Christus, doch war es zu diesem Zeitpunkt, dass ich erkennen musste, wie „schmutzig“ ich eigentlich war. Von meinem Charakter musste gesagt werden, dass ich super-selbstgerecht war, andere ständig kritisch betrachtete – ohne Glaube, Hoffnung, Liebe! Ich murrte leicht und war unzufrieden und hatte, ohne es zu merken, eine bittere Wurzel in mir wachsen lassen – ich brauchte dringend eine Veränderung.

Nach der Geburt meines 4.Kindes war ich einmal so verärgert, weil Dinge nicht so liefen, wie ich dachte, dass sie gut und richtig sind, dass ich mein Baby in den Kinderwagen steckte und regelrecht losrannte. In der Nähe unserer Wohnung war ein Fluss an dem ein Spazierweg entlang führte. Ich sehe mich noch heute vor mir, wie ich schnaubend vor Aufgebracht sein, den Wagen vor mir her schob, in mir ein schrecklicher Kampf tobend. Schließlich brach ich innerlich zusammen. Ich wusste, wenn ich nicht nachgebe, ganz gleich wie überzeugt ich davon war, recht zu haben, werde ich alles verlieren und irgendwann nur noch eine einsame, verbitterte, zynische alte Frau sein.

Ich schaute endlich auf zum Himmel und bat meinen lieben Herrn mir zu helfen, meinen Stolz aufzugeben, mich gänzlich von ihm zu befreien. Von da an habe ich bewusst danach gehandelt, dass es nicht wichtig ist wer recht hat, sondern was richtig ist. Und in meinem Fall war das Richtige, andere auch mal Fehler machen zu lassen, anstatt dass ich dafür kämpfte, das durchzusetzen, wovon ich überzeugt war, dass es das Richtige und Beste ist. Ich habe meinen Stolz bewusst bekämpft durch Kleinbeigeben. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht in der Lage, etwas so vorzubringen, dass es andere hätte überzeugen können. Meine Selbstgerechtigkeit und mein kritisches Denken hinderten mich daran, Freundlich und Geduldig zu sein.

Bei einer Zusammenkunft bat ich dann die anderen, für mich zu beten, einen angenehmen – christlichen – Charakter zu entwickeln. Ich las speziell Wort und Artikel, die sich um dieses Thema drehten und die mir halfen, meinen Geist und Sinn zu erneuern. Ich bin durch vieles durchgegangen seit der Zeit, doch schaue ich jetzt mit fast 70 auf ein Leben zurück und staune nur, was Gott in mir und durch mich tat.

„Keine Strafe (Züchtigung) ist angenehm, und während wir sie erleiden, ist sie immer schmerzlich! Doch danach werden diejenigen, die auf diese Weise geformt werden, inneren Frieden und ein Leben in der Gerechtigkeit gewinnen.“ Hebräer 12,11

2018-7-1 007

Was mir sehr geholfen hat, sind Schriften zu studieren – nicht nur lesen, sondern mir dabei Notizen zu machen in einem dafür speziellen kleinen Notizbuch, was zu mir gesprochen hat und diese Notizen immer wieder zu lesen, bis sie so in meinen Gedanken eingraviert waren, dass ich fast automatisch danach handeln konnte.

Schriften wie diese hier über die Gaben des Geistes:

https://lassesfunken.com/category/07-gottes-wege-gehen/

 

5 Gedanken zu “Gelebtes Christentum – Charakter

  1. Da ist ein feiner und essentieller Unterschied,
    welcher in der wunderbaren Komplexität der gesamten Bibel als Schatz dann auch nicht mehr verborgen ist.
    Dein Standpunkt ist mir schon bekannt….

    • Ja und der feine Unterschied ist: Fleisch bzw. Werke kontra Geist!
      …Aber man sollte nicht vergessen, wie selbst Gottes Hauptfiguren wie Moses fehlgingen und sündigten, und fast jeder Mann Gottes in der Bibel war ein klumpfüßiger Held und genauso ein Mensch wie du und ich. Deswegen versuchte ich, deren Fehler, Untaten, Unzulänglichkeiten und Sünden hervorzuheben. Es ist eine falsche Vorstellung, ein Christ müsse perfekt, makellos heilig und sündlos vollkommen sein. Die Bibel verschweigt die Sünden ihrer Helden nicht. Sie zeigt ihre Verfehlungen, Verirrungen und Untaten auf und erzählt uns, wie Gott sie immer wieder korrigieren und zurechtweisen musste. …
      Vielleicht möchtest du das ganze lesen
      https://anchor.tfionline.com/de/post/gnadeglaubenichts-weiter/

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