Weihnachten – große Gefühle

Große Gefühle – das ist doch, was wir von Weihnachten erwarten und uns erhoffen. Aber das Leben, die Realität sieht nicht immer so aus. Es wird von Frieden auf Erden gesungen, aber von überallher ist von Krieg und gewalttätigen Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen zu hören. Hunger und Not sind nach wie vor unter so vielen Menschen und in Ländern, wo es den Menschen doch ziemlich gut geht, hört man trotzdem von Geschichten wie der nachfolgenden:

Eine Weihnachtsrose

Ich eilte in das örtliche Kaufhaus, um in letzter Minute noch ein paar Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Ich sah all die Menschen und meckerte vor mich hin: „Das wird mich ja eine Ewigkeit brauchen und ich hatte doch so viel zu tun.“ Weihnachten wurde langsam zu einer richtigen Last. Irgendwie wünschte ich mir, Weihnachten einfach verschlafen zu könnte. Doch ich eilte so gut ich konnte durch all die Leute hindurch zur Spielzeugabteilung. Wieder murmelte ich zu mir selbst über all die Preise dieser Spielzeuge, und fragte mich, ob die Enkelkinder überhaupt mit ihnen spielen würden.

Ich fand die Puppenecke. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich einen kleinen etwa fünfjährigen Jungen, der ein süßes Püppchen hielt. Er berührte immer wieder ihr Haar und hielt sie so zärtlich an sich. Ich konnte nicht anders, ich musste einfach immer wieder zu dem kleinen Jungen hinüber schauen und fragte mich, für wen die Puppe wohl bestimmt war. Ich sah, wie er sich an eine Frau wandte, sie als seine Tante beim Namen nannte und fragte: „Bist du sicher, dass ich nicht genug Geld habe?“ Sie antwortete ein wenig ungeduldig: „Du weißt, dass du nicht genug Geld dafür hast.“ Die Tante sagte dem kleinen Jungen, er solle hier bleiben, dass sie ein paar andere Dinge holen müsse und in ein paar Minuten wieder da sein würde. Und dann verließ sie die Abteilung. Der Junge hielt die Puppe weiterhin fest.

Nach einer Weile fragte ich den Jungen, für wen die Puppe denn bestimmt sei. Er sagte: „Es ist die Puppe, die sich meine Schwester so sehr zu Weihnachten wünschte. Sie war sich sicher, dass der Weihnachtsmann sie bringen würde.“ Ich sagte ihm, dass es dann wohl so sein wird. Doch er antwortete: „Nein, der Weihnachtsmann kann nicht dorthin gehen, wo meine Schwester ist…. Ich muss die Puppe meiner Mama geben, damit sie sie zu ihr bringen kann.“ Ich fragte ihn, wo seine Schwester sei.

Er sah mich mit den traurigsten Augen an und sagte: „Sie ist gegangen, um bei Jesus zu sein. Mein Papa sagt, dass Mama bei ihr sein muss.“ Mein Herz hörte fast auf zu schlagen. Dann sah mich der Junge wieder an und sagte: „Ich sagte meinem Papa, er solle Mama sagen, noch nicht zu gehen. Ich sagte ihm, er solle ihr sagen, sie solle warten, bis ich aus dem Laden zurückkomme.“ Dann fragte er mich, ob ich sein Bild sehen wolle. Ich nickte und sagte ihm, dass ich es gerne sehen würde. Er holte ein paar Fotos heraus, die er am Eingang des Ladens hat machen lassen. Er lies mich wissen: „Ich möchte, dass meine Mama die mitnimmt, damit sie mich nie vergisst. Ich liebe meine Mama so sehr und ich wünschte, sie müsste mich nicht verlassen. Aber Papa sagt, dass sie bei meiner Schwester sein muss.“

Ich sah, dass der kleine Junge den Kopf gesenkt hatte und ganz still wurde. Während er nicht hinsah, griff ich in meine Jackentasche und zog eine Handvoll Scheine heraus. Ich fragte den kleinen Jungen: „Sollen wir das Geld noch einmal zählen?“ Er wurde aufgeregt und sagte: „Ja, ich weiß einfach, dass es genug sein muss.“ Also schob ich mein Geld zwischen seinem rein und wir begannen es zu zählen.

Natürlich war es genug für die Puppe. Er sagte leise: „Danke Jesus, dass du mir genug Geld gegeben hast.“ Dann erklärte der Junge: „Ich habe Jesus gerade gebeten, mir genug Geld zu geben, damit ich diese Puppe kaufen kann, und Mama sie mitnehmen kann, für meine Schwester – und er hörte mein Gebet. Ich wollte ihn um genug Geld bitten, um meiner Mama eine weiße Rose zu kaufen, aber ich habe ihn nicht gefragt, aber er gab mir doch genug, um die Puppe und eine Rose für meine Mama zu kaufen. Sie liebt weiße Rosen so sehr.“

Nach ein paar Minuten kam die Tante zurück und ich fuhr meinen Einkaufswagen weg. Ich konnte nicht umhin, an den kleinen Jungen zu denken, während ich meine Einkäufe in einer ganz anderen Gemütsverfassung beendete, als zu Beginn. Und ich musste immer wieder an ein Geschehen denken, über das ich einige Tage zuvor in der Zeitung gelesen hatte, wie ein betrunkener Fahrer ein Auto gerammt hatte, was ein kleines Mädchen tötete, und die Mutter in einem kritischen Zustand ließ. Die Familie musste entscheiden, ob sie das Lebenserhaltungssystem entfernen sollten. Ganz bestimmt gehörte dieser kleine Junge wohl hoffentlich nicht zu dieser Geschichte.

Zwei Tage später las ich in der Zeitung, dass die Familie die Maschinen abgestellt hatten und die junge Frau gestorben war. Ich konnte den kleinen Jungen nicht vergessen und fragte mich immer wieder, ob die beiden irgendwie miteinander verbunden waren. Später an diesem Tag konnte ich wieder nicht anders, als ein paar weiße Rosen zu kauften und sie mit zu dem Bestattungsinstitut zu nehmen, wo die junge Frau aufgebahrt war. Und da lag sie und hielt in ihren Händen eine schöne weiße Rose, die süße Puppe und das Bild, das den kleinen Jungen im Laden zeigte.

Ich ging unter Tränen weg, mein Leben hatte sich für immer verändert. – John London

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Geht es euch auch so, dass ihr jetzt selbst in Tränen seid? Eine Antwort zu solchen Tragödien findet ihr vielleicht hier bei dieser ähnlichen Geschichte:*1

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Ich hörte die Glocken am Weihnachtstag

– nach einem Gedicht von Henry W. Longfellow (1807–1882) in Englisch gesungen auf dem Video.

An Heiligabend hörte ich die Glocken
ihre alten und vertrauten Weihnachtslieder spielen
Und sanft und süß wiederholen sich ihre Lieder
von Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Und die Glocken erschallen
Sie singen wie ein Chor
Ich höre sie in meinem Herzen
Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Voller Verzweiflung neigte ich meinen Kopf
Auf der Erde gibt es keinen Frieden, sagte ich
Denn der Hass ist zu groß und er verhöhnt das Lied
über Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Aber die Glocken erschallen
Sie singen wie ein Chor
Kann sie jemand hören?
Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Dann läuteten die Glocken lauter und tiefer
Gott ist nicht tot, er schläft nicht mal
Die Ungerechten werden fallen, die Gerechten bestehen
Mit Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Dann schallend singend auf seinem Weg
Wandte sich die Welt von der Nacht zum Tag
Eine Stimme, ein Glockenschlag, ein erhabener Gesang,
über Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Und die Glocken, sie erschallen
Sie singen wie ein Chor
Mit unseren Herzen werden wir sie hören
Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Kannst du die Glocken läuten hören?
Das Leben, die Engel singen
Öffne dein Herz und höre
Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

Frieden auf Erden, Frieden auf Erden
Frieden auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen

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*1 https://lassesfunken.com/2014/12/12/es-geschah-in-einem-augenblick/

Hier ist nochmals solch eine Geschichte:

https://lassesfunken.com/2014/12/14/goldene-schuhe-fur-jesus/

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Weihnachten in Bethlehem, wann wird Frieden  regieren?

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2 Gedanken zu “Weihnachten – große Gefühle

  1. Ich danke dir. Wem bei der Geschichte oder deinem Gedicht nicht die Tränen laufen, den möcht ich sehen. Manchmal weint man auch still in der Seele und kann nicht schlucken durch den Kloß in der Kehle. Männer geben sich gern hart und stark und gerade die stärksten und härtesten, lassen die Trauer zu, weil Empathie und Mitgefühl zum Leben gehört und keiner seine Gefühle unterdrücken sollte. Ich wünsch dir eine frohe und besinnliche Adventszeit, auch wenn das Leben manchem oft einen Strich durch die Rechnung macht und man nur noch trauern kann. Aber es gibt so viele positive Beispiele von Menschlichkeit, die auch nötig sind, dass wir nicht verzweifeln und uns daran immer wieder aufrichten. Lass dich nicht runterziehen: Das Gute wird immer leben und überwiegen. Das ist mein Glaube. Und die Wege Gottes kann keiner ergründen. Mit Gott sollten wir nicht hadern, denn immer wieder ist es der Mensch, der seine gottgegebene Entscheidungsfreiheit missbraucht. Wenn das Mädchen bei Jesus ist, kann es ihm nur gut gehen. Mein Mitgefühl den Hinterbliebenen, die ein Trauma durchleben oder durchlebten, je nachdem wie aktuell die Geschichte ist. Dein Gedicht ist wundervoll. Vielleicht ist es auch nicht von dir, aber es ist ein Mutmacher in diesen Zeiten, ein Hoffnungsschimmer. LG PP

  2. Nein, Herzkomma, das Gedicht – Liedertext – ist nicht von mir.
    Wikipedia schreibt dazu: I Heard the Bells on Christmas Day (Ich hörte die Glocken am Weihnachtstag / Ich hörte die Weihnachtsglocken) ist ein populäres Weihnachtslied, das auf dem Gedicht Christmas Bells (Weihnachtsglocken) von Henry W. Longfellow (1807–1882) basiert, das er 1863 unter dem Eindruck des Amerikanischen Bürgerkrieges niedergeschrieben hatte.
    Der amerikanische Dichter und Professor an der Harvard-Universität bringt darin seine Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander zum Ausdruck. Es wird heute in mehreren Fassungen vertont als Weihnachtslied gesungen. Eine bekannte Vertonung stammt von J. Baptiste Calkin (1827–1905), eine andere von Johnny Marks (1909–1985). Eine beliebte Pop-Version stammt von der Band Casting Crowns (Peace on Earth) – das Video.

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