Der Gott der mich sieht – auch die Nazis?

Gestern war ich in der Stadt (ich wohne in einem Vorort im Grünen) um Photokopien zu machen, die ich Freunden senden wollte. Nach dem Copyshop und der Post, war ich schon ziemlich müde – es wurde schon Abend und ich wollte nichts mehr als nur nach Hause. In der Straßenbahn saß ich dann einem jungen Mann gegenüber mit einem schwarzen T-Shirt auf dem ganz groß „Ostdeutschland“ stand, in einer altdeutschen Schriftart, wie sie die Nazis benützen. Das hat mich wieder genug aufgeweckt um mich sofort zu fragen, ob er wohl ein Nazi ist. Weil ich nicht viel tragen kann wegen meines Rückenproblems, hatte ich nur noch ein paar von diesen gerade gemachten Kopien dabei. Nicht sicher, ob ich ihm das geben kann, da es ja für Leute, die bereits Christen sind, geschrieben ist, habe ich angefangen darin zu lesen. Musste dann aber denken, dass Nazis auch auf „Reines“ aus sind. Nach der Wende haben Nazis hier einmal gegen die Eröffnung eines Bordells demonstriert, dass das unsittlich ist. Das hat mir den Glauben gegeben, ihm meine Schriften zu geben.

Ich freute mich, dass er es mit einem Danke nahm und sofort darin zu lesen begann. Wie er aussteigen musste, fragte er ob ich das zurückhaben möchte und bedankte sich wieder zu meinem nein. Dass er das gefragt hat, zeigte mir, dass er daran interessiert ist, das zu lesen.

Heute bin ich dann aufgewacht und musste an die Nazis denken. Wie sagte Jesus? „Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buse.“ Wie schnell vergessen wir das und gehen mit mit der Welt, die bestimmte Menschen als unwürdig und nicht rechtschaffen degradiert, wegen dem was sie glauben, tun und sind. Wir sind Christen und doch ist es immer wieder ein Kampf, das Weltliche als solches zu identifizieren und in unseren Sinnen auszulöschen.

Deshalb ist es so wichtig jeden Tag neu in Gottes Wort zu lesen oder „gotterfüllte“ Schriften oder Videos – „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch.“ – Johannes 15,3.4 Jesus ist das Wort, so wenn wir das Wort in uns aufnehmen, bleiben wir in Jesus und das Wort reinigt uns.

Ich hab dann noch ein wenig über die Nazis recherchiert und bei Bildern nachgesehen, ob ich das T-Shirt, das der Mann anhatte finde und tatsächlich, es kann On-Line gekauft werden (das Bild lässt sich nicht kopieren). Aber zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass es nichts mit den Nazis zu tun hat, sondern mit der N’Ostalgie.

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Ein Trend, den es nur in Ostdeutschland gibt, wo Leute typisch Altes aus DDR Zeiten wieder ausgraben und das wieder populär machen wollen, ganz einfach, weil sie es damals liebten und jetzt ein wenig nostalgisch darüber sind oder es sind junge Leute, die all das von damals  fasziniert (mag sein dass darunter auch ein Nazi ist).

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Neben dieser Nostalgie wächst seit Jahren schon die Unzufriedenheit, mit dem was sie mit der DDR eingetauscht haben und ich stelle mir vor, dass viele dieser Leute auf dem Video heute AfD wählen. Für uns Christen ist das kein Wunder und nichts Neues, da diese Welt nun mal vom Feind Gottes regiert wird und wir erkennen sollten, dass nur Gott Gerechtigkeit und Harmonie und Frieden geben kann.

Ich hatte den jungen Mann also ganz falsch eingeschätzt, aber was immer, er las mit Interesse und darauf kommt es schließlich an. Auch mag ich ihn falsch eingeschätzt haben, Gott hat es nicht, denn er ist ja schließlich „ein Gott der sieht!“ Und er hat uns beide zusammengeführt und mich genau das dabei haben lassen, was der Mann gebraucht hat – ich glaube nicht an Zufälle. Dazu, dass Gott ein Gott ist der sieht, gibt es ein wunderschönes Lied:

Hier noch ein paar interessante, gute Gedanken über Hagar, die Frau, die Gott so nannte:

Der Gott, der mich sieht

„Sie gab dem Herrn, der zu ihr sprach, diesen Namen: ‚Du bist der Gott, der mich sieht‘, denn sie sagte: ‚Ich habe jetzt den gesehen, der mich sieht.‘“ – 1. Mose 16,13

Es mag Momente in unserem Leben geben, in denen wir das Gefühl haben, dass wir in dieser Welt scheinbar vergessen sind, aber wir können Trost darin finden, dass wir einen Gott haben, der uns sieht.

Das trifft auf die alttestamentliche Geschichte von Hagar zu, einer Frau, die aus ihrer Heimat herausgerissen wurde, um als Magd zu arbeiten. In ihrer Not lief sie aus dem Haushalt von Abraham und Sara weg, wo ihr Körper als Leihmutter benutzt wurde, um einen Nachkommen für sie zu zeugen.

Als Hagar das Gefühl hatte, es gäbe nichts Gutes mehr auf dieser Welt für sie, erzählt uns die Schrift, dass ein Engel des Herrn sie in der Nähe einer Quelle in der Wüste fand und sie tröstete. Der Engel sagte ihr: „Geh zurück zu deiner Herrin und unterwirf dich ihr. Ich werde deine Nachkommenschaft so sehr vermehren, dass sie zu zahlreich sein wird, um sie zu zählen.“ – 1. Mose 16,9-10

Gott sieht unsere geheime Welt und versteht, dass wir alle ein grundlegendes Bedürfnis haben, gesehen und anerkannt zu werden. Wenn wir wie Hagar mit den Augen des Glaubens sehen, werden wir einem Gott begegnen, der uns jede Sekunde eines jeden Tages sieht. Gott wacht über das, was Er geschaffen hat, und für uns zu wissen, dass wir unter dem liebevollen Blick unseres himmlischen Vaters stehen, kann unsere Perspektive wirklich verändern. Wir alle brauchen eine kleine Erinnerung daran, dass Gott uns wirklich sieht.

Deshalb wird der Brunnen, an dem Hagar zwischen Kadesch und Bered eine Begegnung mit dem Engel hatte, „Beer-Lachai-Roi“ genannt, was so viel bedeutet wie „Brunnen des Lebendigen, der mich sieht.“ Welchen Namen wir auch immer wählen, um Gott zu benennen, er verrät genauso viel über unsere Not wie über den Charakter Gottes. Es ist aufgrund unserer Bedürftigkeit, dass wir Gott in unserer tiefsten Weise erfahren. Das ist es, was Hagar in der Wüste entdeckte: Gott sieht mich. Er kennt meinen Namen. Er weiß, wer ich bin. Hagar ist nun einem intimen und persönlichen Gott begegnet, der Mitleid mit ihr hat.

Selbst in der dunkelsten Nacht unserer Seele sind wir nicht allein mit den Problemen, die wir haben. Wie Hagar können wir Trost und Ruhe finden, weil wir einen Gott haben, der uns sieht. – Brett McBride

Was Hagar mich lehrte

Ich hatte ein Grundwissen darüber, wer Hagar war, durch die verschiedenen illustrierten Bibeln, die ich als Kind gelesen hatte. Aber in diesem Jahr, nachdem ich mich entschlossen hatte, die Bibel von vorne bis hinten durchzulesen, gewann ich aus ihrer Geschichte eine neue Perspektive auf Gottes individuelle Liebe zu jedem von uns.

Hagar war eine ägyptische Dienerin von Sarah, Abrahams Frau. Sie erscheint zuerst als eine Art Nebenfigur in der Geschichte von Abraham und den Bündnissen, die Gott mit ihm schließt. Gott hatte Abraham Nachkommenschaft so zahlreich wie die Sterne versprochen, aber Sarah – immer noch nicht schwanger und ungeduldig über die mangelnde Erfüllung von Gottes Versprechen – bittet Abraham, mit Hagar, ihrer Dienerin, zu schlafen.

Abraham willigt ein, und Hagar erwartet bald ein Kind. Als sie feststellt, dass sie von Abraham schwanger ist, beginnt sie vielleicht zu spüren, dass sich die Dinge für sie zum Guten wenden. Vielleicht hofft sie, dass dies eine Möglichkeit ist, sich inmitten eines fremden Volkes zu beweisen. Vielleicht fängt sie an, sich zu freuen und vielleicht sogar ein wenig hochmütig zu werden, denn die Bibel erzählt uns, dass sie dann „anfing, ihre Herrin zu verachten.“ – 1. Mose 16,3-4

Sarah beschwert sich bei Abraham, und Abraham sagt Sarah, dass Hagar ihre eigene Angelegenheit ist und dass Sarah tun kann, was sie für richtig hält. Was auch immer Sarah zu tun beschloss, es reichte aus, um die schwangere Hagar dazu zu bringen, in die Wüste wegzulaufen, wo wir sie als nächstes an einer Quelle sitzend finden, um ihren Durst zu löschen. – 1. Mose 16,5-7

Hier ist der Teil der Geschichte, den ich liebe: Gott schickt einen Engel, um dieses weggelaufene Mädchen zu finden und sie zu überreden, wieder zu Abrahams Lager zurückzukehren. Dies war ein Mädchen, das sich wahrscheinlich fühlte, als wäre sie in jedermanns Augen ein Niemand, unerwünscht und ungeliebt; dieses Mädchen mit ihrem Ego und ihren Schwächen, Fehlern und ihrem Versagen; dieses Mädchen, das Ägypterin statt Hebräerin war, das vielleicht immer noch an ihren früheren Traditionen festhielt und an die ägyptischen Götter glaubte; dieses Mädchen, das seine Herrin verachtet hatte und das keine Gnade verdiente; dieses Mädchen, das zweifellos in der Zukunft noch mehr Fehler begehen wird.

Hier in der Wüste – inmitten ihrer Sünde und Verzweiflung – erscheint Gott Hagar, denn unter den Schichten von Umständen und Entscheidungen, Fehlern und Versagen schlägt das Herz der Schöpfung, der Gott Leben eingehaucht hat. Und das sieht Gott und ist darauf aus, sie zu retten, als Er einen Engel schickt, um dieses Mädchen zu finden, dessen Existenz in Seiner Vorstellung begann und dessen Lebensgeschichte Er in Seinem Buch aufgezeichnet hatte.

Diese eine Begegnung mit einem Engel an diesem Wüstenort reicht aus, um Hagar zu ermutigen, nach Hause zurückzukehren. Aber bevor sie nach Hause zurückkehrt, gibt sie diesem Gott, der sie aufgesucht und zu ihr gesprochen hat, einen Namen. Sie nannte Ihn „der Gott, der mich sieht.“

Wir alle erleben Zeiten, in denen wir uns ganz unwürdig fühlen, von Gott gesehen zu werden. Aber, wenn du dich am unwürdigsten für ein wenig Liebe fühlst, und Gott dennoch etwas für dich tut und sagt, dass du trotzdem würdig bist, dann verändert dich das. Und das ist es, was Gott an diesem Tag für Hagar tat. Er zeigte ihr, dass Er sich um sie kümmerte, dass Er auf sie aufpasste, und dass Er ihr Leben geplant hatte. Das ist die Macht, von Gott gesehen zu werden. Es war diese Kraft, die Hagar die innere Stärke gab, in eine Situation zurückzukehren, die sie nur wenige Tage zuvor als unerträglich empfunden hatte.

Es gibt so vieles, was mir an dieser Geschichte gefällt, aber hier sind drei Hauptpunkte:

Erstens: Es gibt keine Nebenfiguren für Gott. Vielleicht hat die biblische Erzählung Hagars Geschichte in das gedrängt, was in einem oder zwei Kapiteln erzählt werden kann, und behandelt sie hauptsächlich als Nebenrolle zur Hauptgeschichte von Abrahams und Sarahs Leben. Aber Gott hatte ein Buch, in dem ihr Name stand und in dem sie die Hauptrolle spielte – die Geschichte ihres Lebens. Und das gilt für jeden, der sich wie eine Nebenfigur in der Geschichte eines anderen Menschen vorkommt.

Zweitens: Gott ist sich der hässlichsten, tiefsten Momente deines Lebens bewusst, dennoch glaubt Er immer noch an dich. Dieses Wissen gab Hagar genug Kraft, um in die schwierige Situation zurückzukehren, in die Gott sie gebracht hatte. Wo auch immer du gerade bist, was auch immer dein geistlicher oder körperlicher Zustand ist, du hast einen Gott, der dich sieht und an dich glaubt.

Drittens: lieb ich es, dass Gott zu Hagar ging und sie fand, als sie weglief. Gott sieht genau, wo du dich emotional und physisch befindest – auch geografisch – und es gibt nichts, was dich von Seiner Liebe trennen kann. Er wird dich jagen und finden und dich wieder auf die Beine stellen.

Die Geschichte von Hagar ist für uns heute relevant. Wo auch immer du dich im Leben befindest und wie auch immer du dich fühlst, du hast einen Gott, der dich sieht, und nichts auf dieser Erde – nicht einmal deine Fehler – kann dich von dieser Art von Gott trennen. Wie Paulus sagte: „Ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch irgendwelche Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendetwas anderes in der ganzen Schöpfung uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ – Römer 8,38-39 – Roald Watterson

 Gott kennt deinen Namen

Jedes Mal, wenn Sarah oder Abraham Hagar in ihren Gesprächen erwähnten, wurde sie einfach als „meine Sklavin“ oder „deine Sklavin“ bezeichnet. (1. Mose 16,2.5-6) … Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wie demoralisierend das für Hagar gewesen sein muss.

Aber als Gott Hagar am Brunnen fand, war das erste Wort aus Seinem Mund ihr name: „Hagar.“ – 1. Mose 16,8 Bis zu diesem Punkt der Erzählung wissen wir nicht einmal, ob Hagar wusste, wer Gott war, aber Er wusste sicherlich, wer sie war. Tatsächlich kannte Er ihren Namen, und Er zeigte ihr Respekt, indem Er ihn benutzte.

So ist es auch bei dir. Gott kennt deinen Namen. Als Sein kostbares Kind kennt Er jedes einzelne „Schaf“ mit Namen. (Johannes 10,3) Und, dein Name ist nicht nur bekannt, er ist in Seine Handfläche „eingraviert.“ (Jesaja 49,16) Eingraviert zu sein hat eine tiefere Bedeutung als geschrieben zu sein. Eingraviert zu sein bedeutet, dass er in Gottes Handfläche „geschnitten, geschnitzt“ ist, was bedeutet, dass er dauerhaft ist, etwas, das nicht ausgelöscht werden kann.

Außerdem, wenn du in Christus bist, … dann ist dein Name für immer unsterblich, denn er ist im Buch des Lebens geschrieben. Als wiedergeborener Gläubiger besteht dein kostbarer Name nun ewig! …

Stephen Altrogge schreibt: „Jesus kennt uns vollständig. … Er kennt jeden Winkel und jede Zelle von uns. Er kennt uns besser, als wir uns selbst kennen. Und Er kennt auch das Leiden auf einer intensiven, persönlichen Ebene. … Er begegnet uns in unserem niedergeschlagenen Zustand und gießt Gnade über uns aus.“

Ich liebe die Tatsache, dass El Roi [Gott] zu Hagar kam. Er suchte sie auf und kam in einem Moment ihrer größten Not. In diesem Moment war es die Gewissheit, dass sie gesehen wurde, dass sie geliebt und nicht vergessen war, dass für sie und ihr ungeborenes Kind (ein Sohn, den Gott persönlich benannte; ein weiterer besonderer Segen, den Gott Hagar erwies) gesorgt werden würde.

Als „Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes“ – 2.Korinther 1,3 linderte Gott Hagars Sorgen und gab ihrem verwundeten, müden Herzen Beistand. Wie bei Hagar verspricht Gott auch dir, dass Er dich „niemals verlassen und nicht aufgeben“ wird. – 5. Mose 31,6 Es sind die Zeiten deiner größten Not, in denen Er Seine Gnade und Barmherzigkeit über dich ausgießt. Hebräer 4,14-16

Er sieht genau, was du durchmachst, denn, um Hagar zu zitieren: „Du bist [El Roi] ein Gott des Sehens. Wahrlich, hier habe ich Ihn gesehen, der sich um mich kümmert.“ – 1. Mose 16,13 Denise Kohlmeyer

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Hier jetzt noch die Schriften, die ich dem jungen Mann gegeben habe. Ich habe sie jetzt auch zu einem Traktat gemacht, angepasst für Menschen die Gott noch nicht so persönlich kennen, wenn ihr es haben möchtet, lasst es mich wissen.

Ein Werkzeug seines Friedens

Eine Zusammenstellung von Artikeln verschiedener Autoren

Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens.
Wo Hass ist, lass mich Liebe säen;
Wo Verletzung ist, Verzeihung;
Wo Zweifel ist, Glaube;
Wo Verzweiflung ist, Hoffnung;
Wo Dunkelheit ist, Licht; wo Traurigkeit ist, Freude.

O göttlicher Meister, gewähre, dass ich nicht so sehr suche, getröstet zu werden, als zu trösten; verstanden zu werden, als zu verstehen; geliebt zu werden, als zu lieben; denn im Geben empfangen wir; im Verzeihen wird uns verziehen; im Sterben werden wir zum ewigen Leben wiedergeboren. – Dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben

Das Gebet des heiligen Franziskus ist ein Gebet voller geistiger Bedeutung. Zum einen weisen die Worte der ersten Zeilen darauf hin, wie wir unser Leben leben sollten. In dieser Welt voller Dunkelheit, Verzweiflung und Kummer sollten wir Menschen sein, die Licht, Hoffnung und Freude verbreiten. In diesem Gebet geht es darum, unser Leben so zu leben, wie Jesus es während Seiner Zeit hier auf der Erde getan hat. Ein ähnliches Leben ist der effektivste Weg, das Bild Gottes durch unser Leben als Seine Schöpfung widerzuspiegeln. …

Obwohl er in eine wohlhabende Familie hineingeboren wurde, entschied sich [der heilige Franziskus] später, sein Leben Jesus Christus zu widmen. Es heißt, dass er sogar eine Vision hatte, in der Christus ihm sagte, er solle „meine Kirche reparieren“, und das tat er dann auch mit seinen eigenen Händen. Er beschloss, ein Leben zu führen, das Christus gefällt, auch wenn er dafür seinen materiellen Wohlstand zurücklassen musste.

Viele von uns sind vielleicht nicht zu demselben Weg wie der heilige Franziskus berufen. Doch als Nachfolger Jesu sind wir alle dazu berufen, wie Er zu sein und so zu leben, wie Er es tat. … Dieses Gebet erinnert uns daran, wie wir uns jeden Tag verhalten sollten, besonders in der Art, wie wir andere behandeln. – Dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben

Liebe, Vergebung und Freude säen

Es liegt in der Natur des Menschen und insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft, dass wir dazu neigen, alles egoistisch zu machen, uns auf das alles entscheidende „Ich“ zu konzentrieren und dabei zu übersehen, wie sich unser Verhalten und unsere Einstellung auf die Menschen um uns herum auswirken. Es ist so leicht zu vergessen, wie die Konzentration auf andere ein wichtiger Weg ist, sich auf Gott zu konzentrieren, und dass einige unserer besten Gelegenheiten, Gott wohl zu dienen, darin bestehen, unseren Nächsten wohl zu dienen. …

Weil eine Reaktion eine andere nach sich zieht, kann selbst die kleinste Handlung eine große Wirkung haben. Wir alle haben schon erlebt, wie ein Tag durch eine einfache Interaktion mit einer anderen Person gerettet oder ruiniert wurde, wie ein kurzes Wort oder eine Geste alles veränderte. Unser Leben ist voll von Gelegenheiten, im Leben eines anderen etwas zu bewirken, sei es im Positiven oder im Negativen, und statt einfach nur Schaden zu vermeiden, sollte es unser Ziel sein, uns aktiv für die Liebe zu entscheiden und ein wahres „Werkzeug des Friedens Gottes“ zu sein.

Da Gottes Liebe selbst grenzenlos ist, ist es unmöglich, die Möglichkeiten zu zählen oder aufzulisten, wie wir Seine Liebe widerspiegeln und sie mit anderen teilen können. Das Gebet des heiligen Franziskus lässt sich jedoch in drei besondere Wege einteilen. Die erste ist eine Haltung der Barmherzigkeit und der Vergebung, wenn wir beten: „Wo Hass ist, lass mich Liebe säen; wo Verletzung ist, verzeih.“ In der ganzen Bibel erinnert uns unser Herr immer wieder an die Bedeutung der Vergebung und sagt uns, denjenigen, die uns verletzt haben, unbegrenzt oft vergeben zu können. Wir müssen eine Haltung des Mitgefühls kultivieren, die eher auf Barmherzigkeit als auf Rache setzt, auch wenn es schwerfällt. Das kann auf so viele Arten geschehen – ob es darum geht, die Verletzung eines alten Familienstreits aufzugeben oder einfach jemanden gegen böswilligen Klatsch zu verteidigen, egal ob man die Person kennt oder nicht.

Franziskus konzentriert sich auch auf die Liebe, die wir zeigen, indem wir einfach fröhliche und positive Menschen sind: „Wo Verzweiflung ist, da ist Hoffnung, wo Traurigkeit ist, da ist Freude.“ Einen Geist der Dankbarkeit für Gottes Segnungen zu kultivieren, bringt so viel, nicht nur für diejenigen, mit denen wir in Kontakt kommen, sondern auch für uns selbst, denn indem wir andere daran erinnern, dankbar zu sein, erinnern wir auch uns selbst.

Es ist erstaunlich, wie wenig wir tun müssen, um die Lebensgeister anderer zu wecken – ein kurzer Besuch bei einem älteren oder kranken Nachbarn, ein Geschenk „einfach so“ oder einfach nur ein Kompliment und ein Lächeln für jemanden. Wie oft hört man den Satz, dass der zufällige Akt der Freundlichkeit von jemandem „meinen Glauben an die Menschheit wiederhergestellt hat“? Wenn wir ein Leben in Christus voller heiliger Freude führen, stellen wir nicht nur den Glauben an die Menschheit wieder her, sondern, was noch wichtiger ist, auch den Glauben an Gott. – Rebecca Smith

Suchen zu verstehen.

Im Gebet des heiligen Franziskus heißt es: „Meister, gib, dass ich nicht danach trachte … verstanden zu werden, sondern zu verstehen.“ Es ist nicht immer leicht, andere zu verstehen. Jeder Mensch hat einen anderen Hintergrund, andere Erfahrungen, Hoffnungen und Träume, und was für mich vollkommen sinnvoll ist, muss für jemand anderen nicht unbedingt verständlich sein.

Da wir alle so unterschiedlich veranlagt sind, kann es eine ziemliche Herausforderung sein, zu verstehen, warum Menschen so denken und handeln, wie sie es tun. Ich glaube, wir neigen von Natur aus dazu, anzunehmen, dass andere so sind wie wir – oder zu erwarten, dass sie so sind wie wir. Das kann dazu führen, voreilige Schlüsse zu ziehen. Das Problem bei voreiligen Schlussfolgerungen ist, sehr oft nicht die richtigen oder sogar die falschen Schlüsse zu ziehen. Ich könnte annehmen, dass etwas, was jemand getan oder gesagt hat, dumm, arrogant oder unfreundlich war, weil ich seine Motive oder seine Umstände nicht verstehe.

Es ist so einfach, Vermutungen anzustellen. Es ist viel schwieriger, sich die Zeit zu nehmen, um die Gründe für die Handlungen oder die Einstellung einer Person herauszufinden. Das bedeutet, wir müssen unsere eigene Lage zurücklassen – unser eigenes Verständnis, unsere Erfahrungen, unsere Vorlieben und Abneigungen – und uns in die Lage des anderen versetzen. Wir müssen bewusst versuchen, zu verstehen und über unsere eigenen Annahmen hinauszugehen.

Die Bibel sagt uns: „Richtet nicht.“ – Matthäus 7,1 Aber wenn es so aussieht, als ob jemand anders im Unrecht ist oder auch nur anders oder außerhalb unserer persönlichen Erfahrung, kann es schwer sein, etwas anderes zu sehen. Bevor wir überhaupt versuchen, den anderen zu verstehen, neigen wir allzu oft dazu, ihn in eine Schublade zu stecken und ihm ein Etikett anzuheften. Wir wissen zwar (technisch gesehen), selbst nicht perfekt zu sein, aber das wird oft schnell vergessen, wenn wir mit den scheinbaren Unvollkommenheiten anderer konfrontiert werden.

Wenn ich bei jemandem einen Makel sehe, weiß ich, wie oft das Letzte, was ich denke, ist: „Nun, ich bin auch nicht perfekt.“ Aber was wäre, wenn ich perfekt wäre? Wäre ich dann in der Lage, zu urteilen? Laut der Bibel nicht. „Es gibt nur einen Gesetzgeber und Richter, der retten und verderben kann. Wer bist du aber, dass du deinen Nächsten richtest?“ – Jakobus 4,11-12

Es hat immer nur einen vollkommenen Menschen gegeben, Jesus. Er hat nie gesündigt – und wird niemals sündigen. Wenn jemand in der Lage ist, zu richten, dann ist Er es. Wie ist Er also mit anderen Menschen und ihren Fehltritten umgegangen? Was für ein Beispiel hat Er uns für den Umgang mit all diesen nicht ganz so perfekten Menschen gegeben?

Als Jesus die samaritanische Frau am Brunnen traf, (Johannes 4,4-42) hatte Er Gelegenheit, ihr ein paar Dinge klarzumachen. Aber das war nicht Sein Ziel. Jesus verurteilte sie nicht, und Er schrieb sie nicht aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Geschichte ab. Er nahm sich die Zeit, sie wirklich anzuschauen.

Jesus setzte sich mit dieser Frau zusammen und hörte sich ihre Fragen, ihre Zweifel und ihre Bedenken an. Er nahm sich die Zeit, ihr zu antworten. Er sah alles, was sie war und was sie sein konnte. Offensichtlich verstand Jesus sie gut genug, um sie auf ihrer eigenen Ebene zu erreichen, denn sie lief zurück und erzählte der ganzen Stadt von Ihm. Sie kannte Jesus noch nicht einmal einen Tag, aber sie vertraute ihm genug, um auf Ihn als den Retter hinzuweisen. Weil Jesus sie wirklich verstand, konnte Er nicht nur sie, sondern auch viele andere in dieser samaritanischen Stadt erreichen.

Wie oft beurteilen wir Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Handlungen, ohne zuerst zu versuchen zu verstehen, wie sie ticken? Wie oft stempeln wir andere ab – und behandeln sie dann entsprechend dieser Etikettierung –, ohne uns ihre ganze Geschichte anzuhören?

Wer weiß, welche Freundschaften wir schließen können oder welche Möglichkeiten wir haben, das Evangelium weiterzugeben, wenn wir uns dafür entscheiden, zu lieben und zu verstehen, anstatt zu etikettieren und zu unterstellen? Vielleicht befindet sich die Person, die wir mit einem Etikett versehen und gemieden haben, an einem Punkt im Leben, an dem sie dringend ein Wort der Ermutigung oder eine freundliche Geste gebrauchen könnte. Man muss die Etiketten und Annahmen loslassen, bevor man die Person wirklich verstehen und wertschätzen kann – ein Mitmensch, der nach Gottes Ebenbild geschaffen wurde, jemand, für den Jesus am Kreuz gestorben ist, jemand, der Seine Liebe und unser Verständnis braucht. – Marie Story (Angepasst von hier: https://just1thing.com/)

Gesegnet sind die, die ein reines Herz haben

Gabriel García V.

Gott ist heilig und rein. Er mag reine Dinge. Seine unverfälschte Schöpfung mit ihrer unübertroffenen Reinheit ist herrlich. Seine Urteile sind rein. (Psalm 51,6) In biblischen Zeiten wurde der zeremonielle Weihrauch vom Apotheker hergestellt, um „rein und heilig“ zu sein. (2. Mose 30,34-35) Die Tempelleuchten brannten mit reinem Olivenöl. (2. Mose 27,20) Maria salbte die Füße Jesu mit reinem Nardenöl. (Markus 14,3) Das Gebot des Herrn ist rein und erleuchten die Augen. – Psalm 19,9

Heiligkeit und Reinheit sind eng miteinander verbunden; um sich Gott zu nähern, musste man rein sein. Jetzt ist unsere Reinheit natürlich durch unsere Erlösung gegeben, dank des Opfers, das Christus für uns am Kreuz gebracht hat. Er ist der Einzige, der unsere Unreinheiten beseitigen und uns rein machen kann. Er fordert uns auf, reinen Herzens zu sein und unsere Seelen nicht zur Eitelkeit zu erheben. (Psalm 24,4) Er lehrt uns, zwischen dem Heiligen und dem Profanen, dem Reinen und dem Unreinen zu unterscheiden. (Hesekiel 44,23) Er läutert unsere Unreinheiten. (1. Petrus 1,7) Er verlangt, dass wir reine Gedanken denken. (Philipper 4,8) Die Bruderliebe läutert unsere Seele, ebenso wie die Hoffnung und der Glaube. (1.Petrus 1,22) Die Stadt, in der wir mit Christus wohnen werden, ist aus reinem, durchsichtigen Gold gemacht. (Offenbarung 21,18)

Und natürlich gibt es Dinge, die Gott als unrein betrachtet, die Seine Heiligkeit und das heilige Wesen Seiner Schöpfung verletzen. Es gibt unreine Nahrungsmittel, unreine Verhaltensweisen und unreine Tätigkeiten, die wir meiden sollten. Die Welt hat sich durch den Verzehr unreiner Nahrungsmittel, die Krankheiten und sogar den Tod verursachen, viel Ärger eingehandelt. Pornografie ist eine Aktivität, die viele versklavt und in Ehen viel Schaden angerichtet hat. Reinheit ist für Gott wichtig. Nicht um Puritaner zu werden, ganz und gar nicht, sondern um dem Schöpfer und Seiner schönen und reinen Schöpfung näher zu sein.

Jesus sagte: „Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ – Matthäus 5,8 Paulus fügte hinzu: „Für die Reinen ist alles rein.“ – Titus 1,15 Ein unreiner Geist hingegen besudelt das ganze Wesen. Gib uns, Herr, einen reinen Geist.

Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern vielmehr darum, diese schmutzigen, unreinen Gedanken und Einstellungen zu erkennen und sie zurückzuweisen. Wir tun gut daran, uns in der Ära des „Alles ist erlaubt“ und der damit verbundenen Förderung von Hässlichkeit und Vulgarität daran zu erinnern. Wenn wir zum Beispiel eine Frau mit unseren Augen lüstern „ausziehen“, fühlt sich nicht nur die Frau unwohl, sondern wir haben auch unsere Gedanken befleckt. Die Reinheit wird die Schönheit bewundern und sich an ihr erfreuen, sie aber nicht in Gier verschlingen.

Der Körper ist heilig, er ist der Tempel Gottes. Es gibt Dinge, die wir nicht praktizieren sollten, weil unser Körper dafür nicht gemacht ist. Wir sollten ihn nicht unter Drogen setzen, verunreinigen oder missbrauchen. Wir sollten unseren Körper auch nicht dazu benutzen, anderen zu schaden oder etwas zu tun, was seinem natürlichen Gebrauch widerspricht. Wir sollten auch nicht unsere Zunge benutzen, um Lügen zu sprechen, oder unsere Hände oder unseren Verstand für zerstörerische Zwecke einsetzen. Unser Gebet soll reinen Herzens sein, nicht egoistisch, eifersüchtig oder hasserfüllt.

Und wenn wir uns beschmutzen, kommen wir zum Herrn und fordern Seine reinigende Kraft über unser Leben. Es gibt ein Sprichwort, Wer rein ist, ist gesund. Das gilt sowohl leiblich als auch seelisch. Herr, gib uns gütige und liebende Herzen, reine Sinne und einen gereinigten Geist. Der Apostel sagt uns, dass wir an das denken sollen, was rein ist, was schön ist. (Philipper 4,8) Wir sind nicht stolz darauf, einen Zustand der Religiosität zu erreichen, sondern versuchen, so rein und sauber zu bleiben, wie wir können. Die Mühe lohnt sich, denn wir werden Gott sehen. (Matthäus 5,8)

* * *

Die Schrift sagt: „Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Beachte die Reihenfolge dieser Seligpreisung. Zuerst reinige dein Herz, dann wirst du Gott sehen. Du änderst dein Leben, indem du dein Herz änderst.

Wie macht man das? Jesus gab den Plan in den Seligpreisungen. Du gibst deine Sünde zu – du wirst gerettet. Du bekennst deine Schwäche – du bekommst Kraft. Du sagst, dass es dir leidtut – und du findest Vergebung. Jetzt hast du etwas Positives, und du willst mehr. Dann kommt die Barmherzigkeit; und je mehr du empfängst, desto mehr gibst du. Und du kannst darauf wetten, dass derjenige, der dich erschaffen hat, weiß, wie Er dich läutern kann – von innen heraus. – Max Lucado

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