Gnade oder Vererbung?

Unter Christen gibt es Unstimmigkeiten darüber, ob nun das Volk Israel nach wie vor

das „auserwählte“ Volk Gottes

ist. Hier ist die Geschichte, wie ich zu meiner Überzeugung von einem ‚nein‘ gekommen bin? Der Mann, der mein Bibellehrer war, wurde erzogen (in Amerika), dass du deine Errettung verlieren kannst, wenn du sündigst und dass Israel nach wie vor das auserwählte Volk Gottes ist. Als Teenager kam er einmal nach Hause und niemand war da, auch keine Notiz für ihn, nichts. Er hat gewartet, wie aber niemand kam, überkamen ihn mehr und mehr Schuldgefühle und die Annahme, dass die Entrückung stattgefunden hat und er zurückgelassen worden war, weil er am Abend zuvor „gesündigt“ (masturbiert) hat. Wie froh er war, wie seine Eltern schließlich nach Hause kamen.

Er hat dann angefangen, nicht nur seinen Eltern und anderen Predigern zuzuhören, sondern sich selbst mit der Bibel auseinanderzusetzen und kam zu der befreienden Wahrheit, dass Gott nicht verdammt und du deine Errettung nicht verlieren kannst, denn es ist ein Geschenk von Gott und Geschenke sind nicht Geschenke, wenn man dafür gut genug sein muss.

Sein Traum war es, Missionar in Israel sein zu können, aber seine Kirche hat ihn abgelehnt, seine Gesundheit sei zu schlecht und er habe zu viele Kinder (4). Durch andere unschöne Erfahrungen mit verschiedenen Kirchen hat er sich schließlich von ihnen ganz losgelöst und Gott hat ihm im Alter von 49 gezeigt, dass er sich den gerade aufgekommenen Hippies annehmen soll. Das hat er gemacht und hatte den Plan, mit seinen Kindern und den neu konvertierten Hippies nach Israel in einen Kibbuz überzusiedeln. Er ging als Wegbereiter voraus und der Rest von ihnen wollte nachkommen. Aber in Israel angekommen erlebte er den Schock seines Lebens. Christen waren nicht willkommen und die Kibbuze waren nicht nach seinen Vorstellungen von Nächstenliebe und friedlichem zusammenleben.

Er hatte schließlich einen Zusammenbruch und erst wie er seinen Willen Gott hingab, konnte der ihm zeigen, dass sein Reich ein geistiges Reich ist und nichts mit diesem lächerlich kleinen Land – verglichen mit seinem himmlischen Reich – zu tun hat. Gott zeigte ihm, dass es nicht so etwas wie 1. und 2.Klasse Kinder Gottes gibt, sondern, wenn du wiedergeboren bist, bist du ein Mitglied seines himmlischen Königreiches, also kein Deutscher, kein Amerikaner aber auch kein Israelit mehr, sondern nur noch ein Christ – ein Christusnachfolger.

Abgelehnte Wahrheit verliert ihre Macht über unsere Gedanken.

Er hat sich für Gottes Wahrheit und Tatsachen geöffnet und auf einmal war alles so klar. Warum aber oder aus welchem Grund hat Gott überhaupt ein bestimmtes Volk „auserwählt“. Schauen wir die Weltgeschichte an. In  Noahs Tagen gab es nur ihn, an dem Gott gefallen hatte und zu Abrahams Zeit wissen wir auch nur von ihm als einen gerechten Mann – was ich meine ist, gottesfürchtige Menschen scheinen immer sehr rar gewesen zu sein. So Gott entschloss sich aus Abraham und seinen Nachkommen eine Nation zu machen, die ein Beispiel für die Welt sein würden, von Gottes Schutz, Führsorge und Segen. Ein Beispiel dafür, was jeder erhalten könnte, glaubte er und folgte er Gott, so wie das auserwählte Volk. Es wäre möglich gewesen, dass andere Nationen Teil hätten haben können an Gottes Segen, das sehen wir an Beispielen zum einen an Ägypten und wie Gott sie segnete, solange sie auf Josef hörten und zum anderen zuvor bei Jakob und Sichem. Sichem hatte sich zuerst schändlich benommen, es tat ihm aber leid und er wollte beweisen, dass er es eigentlich gut mit Dina meint und er und sein ganzes Volk bewiesen es darin, dass sie sich beschneiden ließen, um „eins“ mit Jakob und seinem Volk zu sein. Aber Jakobs Söhne waren stolz und konnten wohl Gottes größeren Plan nicht sehen, sondern nur, dass ihre Ehre als „erwählte Gottes“ geschändet war und sie das rächen sollten. Und ihre Rache war blutig und schrecklich, so dass Jakob sagen musste: „Ihr habt mich ins Unglück gestürzt und in Verruf gebracht (das hebräische Wort dafür ist eigentlich ‚stinkend‘) bei den Bewohnern dieses Landes.“ Hätten sie sich dem Wunsch ihres Vaters gebeugt, wäre hier eine Möglichkeit gewesen, eine ganze Nation in der Anbetung des Schöpfers zu unterrichten. Im Johannes 3,16 heißt es, dass Gott die Welt so sehr liebte… – die Welt! Also jeden einzelnen und ich denke, das war zu keiner Zeit anders. So in diesem „auserwählt sein“ liegt doch eher eine Verantwortung, als dass sie etwas ‚Besseres‘ wären, sie Gott ein wenig mehr liebt, als den Rest der Welt – oder Gott wäre unfair, ungerecht und heuchlerisch, meinst du nicht auch? (Was die Meisten Muslime auch noch nicht begriffen haben, denn ihr Denken wurde durch den Koran so geprägt, dass sie mit dem Gedanken aufwachsen, dass sie etwas Besseres sind als der „ungläubige“ Rest der Welt. – Dass Gott auch der Schöpfer der sogenannten Ungläubigen ist, darüber ist ihnen wohl verboten nachzudenken?)

Aber die Söhne Jakobs waren in ihrem Stolz kurzsichtig, konnten das nicht wahrnehmen und hatten nur Rache und Hass in ihrem Herzen. Und ihre Nachfahren waren von Anfang an ein schmerzender Stachel in Gottes Seite durch ihr ständiges Murren und ihren Mangel an Glauben und ständiges „Fremdgehen“ – andere Götter anbeten. Wenn Mose nicht gewesen wäre, hätte Gott sie da in der Wüste Sinai ausgerottet. Doch weil Mose so inbrünstig betete, gab Gott nach und wies ihn an, den Israeliten das zu geben, was sie wollten, physische Illustrationen für diesen unsichtbaren Gott. Deshalb das Tabernakel (eine Art Zelt-Tempel) mit der Bundeslade und dem Opferaltar, Weihrauch Kerzen etc. Symbole geistiger Wahrheiten um ihnen zu helfen, Gott zu verstehen und sich ihm dadurch irgendwie nahe zu fühlen, so wie sie es aus den Tempel-Anbetungen in Ägypten gewohnt waren. Die Gesetze sollten ihnen helfen, das Richtige zu tun, was in Liebe handeln wäre. Gott hat ihnen aber auch von da an immer wieder Prophezeiungen über einen kommenden Messias gegeben.

Aber die Mehrheit der Kinder Israels konnten die Liebe, die Gott für sie hatte nicht erwidern und wurden immer wieder abtrünnig. Schließlich hat Gott dem Propheten Jeremia gesagt (lest das ganze Kapitel): 5,1 Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und sucht auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und auf Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein… 7 Wie soll ich dir denn gnädig sein? Deine Söhne haben mich verlassen und schwören bei dem, der nicht Gott ist…. 11 Sie verachten mich, spricht der HERR, das Haus Israel und das Haus Juda… Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth: Weil ihr solche Reden führt, siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer machen und dies Volk zu Brennholz, dass es verzehrt werde… dies Volk hat ein abtrünniges, ungehorsames Herz. Sie bleiben abtrünnig und gehen ihrer Wege… Die Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene Faust, und mein Volk hat’s gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn’s damit ein Ende hat?…

Und: Jeremia 31,31-33 „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;  sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“

Gott hat sein Volk verworfen und hat einen neuen Bund mit allen Menschen dieser Welt geschlossen, ein Bund besiegelt mit dem Blut das Jesus am Kreuz vergossen hat. Maleachi ist das letzte Buch im AT, danach wurde Gott still, war nicht mehr bei dem Volk, das ihm nicht treu sein wollte.

Dann kam der Messias der es „vollbracht“ hat, der den neuen Bund besiegelte. Aber die Mehrheit der Juden nahmen ihn nicht als ihren Messias an, wie es Johannes ausdrückte: 1,11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. – Nicht mehr Kinder Gottes aus Fleisch und Blut, sondern Kinder die an Jesus Namen glauben und ihn in ihrem Herz aufnehmen – wiedergeboren durch Gottes Heiligen Geist! – Johannes 3,5

Matthäus 8,10 Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben (eines Gojim, eines Nichtjuden) habe ich in Israel bei keinem gefunden! 11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis;

Und wie sagte Jesus: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich! Er ist die Tür durch die wir gehen müssen. Es spielt keine Rolle mehr, ob du als Israeli geboren wurdest, wenn du Jesus nicht als deinen Erretter, als deinen Messias annimmst, nützt dir das gar nichts, du wirst nur als Dieb und Räuber erfunden werden, wenn du anderswo ins Haus Gottes steigen möchtest, als durch die Tür – Jesus zu gehen.- Johannes 10

Wenn Gott vor 2000 Jahren festgelegt hat, dass niemand zu ihm kommen kann, es sei denn durch seinen Sohn Jesus, wäre er dann nicht ungerecht, wenn er den Juden eine Ausnahme gewähren würde?

Birthday

1.Petrus 2,9 Aber ihr (Christen) seid anders, denn ihr seid ein auserwähltes Volk. Ihr seid eine königliche Priesterschaft, Gottes heiliges Volk, sein persönliches Eigentum. So seid ihr ein lebendiges Beispiel für die Güte Gottes, denn er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen.

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Weitere Schriftstellen über den Neuen Bund:

Lukas 22,20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und [Jesus] sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!

2.Korinther 3,6 der uns auch befähigt hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens (das Gesetz geschrieben auf Stein/Papier), sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Hebräer 8,8 Denn Gott tadelt sie und sagt (Jeremia 31,31-34): »Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen,

Hebräer 8,13 Indem er sagt: »einen neuen Bund«, erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt (ausgedient) ist, das ist seinem Ende nahe. (Der alte Bund lebt nur weiter in jenen, die den neuen Bund nicht angenommen haben, was ihn deshalb aber nicht rechtsgültig macht)

Hebräer 9,15 Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund geschrieben ist, die Berufenen (die dem Ruf Jesus folgten, nicht die Fleisch und Blut Israeliten) das verheißene ewige Erbe empfangen.

Als Christen verachten wir Krieg und Gewalttätigkeit, wie können aber Christen das Land Israel als Gottgegeben und gewollt ansehen? Wie können wir den Krieg der Juden gegen die Palästinenser, als sie ihnen ihr Land wegnahmen und all das danach, was bis heute geschieht, rechtfertigen? Jesus sagt, dass, was immer wir einem der geringsten unter seinen Brüdern antun, wir ihm antun. Unter den Palästinensern die unter der Gewalt Israels damals bis heute litten und auch getötet wurden, waren (viele sind seither geflohen) so weit ich informiert bin mehr als eine Million Christen. Wie können wir Christen das rechtfertigen???

Galater 3,28.29 Nun gibt es nicht mehr Juden oder Nichtjuden, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen. Denn ihr seid alle gleich – ihr seid eins in Jesus Christus. Und weil ihr nun zu Christus gehört, seid ihr die wahren Nachkommen Abrahams. Ihr seid seine Erben, und alle Zusagen Gottes an ihn gelten euch.

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