Gelebtes Christentum -Einführung

Living christianity-Intro

Gelebtes Christentum:

Einführung

Als Christen ist uns bewusst, dass die Schrift lehrt, dass wir in Übereinstimmung mit Gottes Wort leben sollten. Wir werden aufgerufen: „…dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes.“ – Kolosser 1,9–10 Dies ist ein hohes und edles Ziel, das wir als Christen anstreben und dafür stehen sollten. Der hier (mit Trompetenerschall) zum Ausdruck gebrachte Aufruf ist, dass wir unser Wissen über Gottes Weisheit und unser Verständnis in unserem Leben anwenden und Frucht tragen, unser Wissen über Gott fördern und ein würdiges Leben führen, das Ihm gefällt.

Darüber Kenntnis zu haben, was Gott durch sein Wort lehrt und diese Lehre anzuwenden, ist das, was ein Leben, das Gott gefällt, ausmacht. Doch die Komplexität des täglichen Lebens, die Vielzahl von Entscheidungen, mit denen wir konfrontiert werden, der Druck von Verantwortungen, die unsere Zeit beanspruchen, die Versuchungen, um etwas herum zu kommen, machen Gott gefallen zu wollen und sein Wort anzuwenden, es manchmal zu einer Herausforderung. Die Bibel verdeutlicht jedoch klar, dass das Befolgen des Wortes Gottes der Schlüssel für die Nachfolge ist, wie Jesus betonte, als er sagte:

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. – Johannes 14,15

Wenn ihr mir gehorcht, bleibt ihr in meiner Liebe, genauso wie ich meinem Vater gehorche und in seiner Liebe bleibe. – Johannes 15,10

Wie nun aber wenden wir die Lehren der Bibel in unserem täglichen Leben an? Woher wissen wir, ob unsere Entscheidungen mit den Lehren der Schrift übereinstimmen? Die Entscheidungen, die wir treffen, zeigen unsere Denkweise. Sie spiegeln unsere Moral und unsere Ethik wider. Mit dieser Serie Gelebtes Christentum“ hoffe ich, Einblick und Verständnis, ein moralisch und ethisches Leben in Übereinstimmung mit den Lehren der Schrift, zu geben. Der Schwerpunkt liegt auf der christlichen Ethik und dem, was die Bibel über moralische Entscheidungen und Entschlüsse lehrt.

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, sich diesem Thema zu nähern, und ich habe mich dafür entschieden, die Zehn Gebote als Rahmen zu verwenden. Jedes Gebot dient dabei als eine Art Anweisung mit Unteranweisungen. Wenn wir beispielsweise im vierten Gebot die Anweisung haben, Ehre deinen Vater und deine Mutter – 2.Mose 20,12 würden wir eine Reihe von Unteranweisungen finden, die noch andere Autoritäten neben der elterlichen Autorität ansprechen. Wie sollen Christen beispielsweise auf die Autorität der Regierung reagieren? Ist es jemals richtig, der Regierung nicht zu gehorchen, und wenn ja, wann? Was ist der richtige Weg, auf andere wie Arbeitgeber, Lehrer usw., die eine gewisse Autorität über uns haben, zu reagieren?

Während Christen nicht verpflichtet sind, nach den Gesetzen des Alten Testaments, wie die Hebräer zu Zeiten des Alten Testaments es verpflichtet waren, zu leben, bieten die Zehn Gebote einen Rahmen, um die moralisch und ethischen Maßstäbe für Christen aufzuzeigen. Der Apostel Paulus schrieb: Dies [das Alte Testament] wurde vor langer Zeit aufgeschrieben, damit wir daraus lernen. Es soll uns Hoffnung geben und ermutigen, sodass wir geduldig auf das warten, was Gott in der Schrift versprochen hat. – Römer 15,4 An anderer Stelle schrieb er über die Schrift (in Bezug auf das Alte Testament): Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. – 2.Timotheus 3,16–17 Auch wenn Jesus‘ Leben und Tod, das Gesetz des Alten Testaments erfüllte, (Matthäus 5,17–18) hielt es Paul für nützlich, Christen darin zu unterweisen.

Paulus bestätigte diesen Punkt, als er schrieb:

Bleibt niemandem etwas schuldig, abgesehen von der Liebe, die ihr einander immer schuldig seid. Denn wer den anderen liebt, hat damit das Gesetz Gottes erfüllt. Die Gebote gegen Ehebruch, Mord, Diebstahl und Begehren sind – wie auch alle anderen Gebote – in diesem einen Gebot zusammengefasst: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die Liebe fügt niemandem Schaden zu; deshalb ist die Liebe die Erfüllung von Gottes Gesetz. – Römer 13,8-10

Während die Liebe das Gesetz erfüllt, manifestiert sich diese Liebe darin, Mord, Diebstahl, Neid und alle anderen in der Schrift gefundenen moralischen Gebote von „tu“ oder „tu nicht“ zu vermeiden. Deshalb können wir sowohl im Alten als auch im Neuen Testament nach einer moralischen und ethischen Anleitung suchen, wie wir ein Leben führen können, das Gott gefällt.

Gemäß der Schrift ist unser grundlegendes Ziel als Mensch die Verherrlichung Gottes. Ich mag es, wie der Westminster-Katechismus das ausdrückt: Der höchste und wichtigste Zweck des Menschen besteht darin, Gott zu verherrlichen und ihn für immer zu genießen. In der Schrift lesen wir:

Bring meine Söhne aus der Ferne, meine Töchter aus allen Winkeln der Erde, alle, die nach meinem Namen benannt sind, die ich zu meiner Ehre gemacht habe, … Es ist das Volk, das ich mir dazu erschaffen habe, von meinem Ruhm zu erzählen. – Jesaja 43,6-7, 20–21

Was immer ihr esst oder trinkt oder tut, das tut zur Ehre Gottes! – 1.Korinther 10,31

Ein Christ, der Gott verherrlicht, kann als jemand angesehen werden, der einen christusähnlichen Charakter hat, Frucht für Gottes Königreich trägt, Gott gehorsam ist und eine persönliche Beziehung zu ihm hat.1 Der Apostel Paulus schrieb, Christen sollten dem Bild seines Sohnes gleich werden. (Römer 8,29) An anderer Stelle schrieb er: So wie wir jetzt dem irdischen Menschen, Adam, gleichen, so entsprechen wir eines Tages dem himmlischen Menschen, Christus. – 1.Korinther 15,49

Was ist die Grundlage der christlichen Moral und Ethik? Die Schrift lehrt, dass die moralischen und ethischen Maßstäbe der Bibel auf dem moralischen Charakter Gottes basieren, und wir sollen den Charakter Gottes nachahmen. Gott ist gut, gerecht, liebevoll, heilig, treu, wahrhaftig, barmherzig und so viel mehr. Er ist moralisch vollkommen, und Er freut sich, seine moralischen Qualitäten in uns widergespiegelt zu sehen.

Aber jetzt sollt ihr in allem, was ihr tut, heilig sein, genauso wie Gott, der euch berufen hat, heilig ist. – 1.Petrus 1,15

Ihr sollt gütig – barmherzig – sein, wie euer Vater gütig – barmherzig – ist. – Lukas 6,36

Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. – 1.Johannes 4,19

Belügt einander nicht, denn ihr habt eure alte, verdorbene Natur mit ihrem bösen Tun abgelegt und habt die neue Natur angenommen. Gott erneuert sie, sodass man erkennen kann, wie sie dem Bild ihres Schöpfers gleicht. – Kolosser 3,9-10

Das Konzept von Gott als Grundlage von Moral und ethischen Standards wird auch in der gesamten Schrift durch den Bezug auf Gott als Licht ausgedrückt.

Das ist die Botschaft, die er uns gegeben hat, damit wir sie euch weitersagen: Gott ist Licht; in ihm ist keine (auch nicht das kleinste bisschen) Finsternis. – 1.Johannes 1,5

Ein Autor schrieb:

Licht bezieht sich nicht nur auf die moralische Vollkommenheit Gottes, Seiner Exzellenz. Sie bezieht sich auch auf die Vermittlung dieser Exzellenz, der Offenbarung als solche an die Menschen.

Das Licht von Gottes Essenz ist ein Licht, in dem wir wandeln oder gehen sollen. – Leben wir aber im Licht, so wie Gott im Licht ist, dann haben wir Gemeinschaft miteinander. Und das Blut, das sein Sohn Jesus Christus für uns vergossen hat, befreit uns von aller Schuld. – 1.Johannes 1,7

Das Licht ist unser ethischer Leitfaden. Dein Wort ist eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg.- Psalm 119,105

Das Licht offenbart Gut und BöseUnd so vollzieht sich das Gericht: Das Licht ist vom Himmel in die Welt gekommen, aber sie liebten die Dunkelheit mehr als das Licht, weil ihre Taten böse waren. – Johannes 3,19

Wir sollten also nicht in der Dunkelheit wandeln/gehen. Jesus sagte zu den Leuten: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, das zum Leben führt“. – Johannes 8,12 

Lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. – Römer 13,12

Im Licht zu bleiben bedeutet, bei Gott zu bleiben; in der Dunkelheit zu sein bedeutet, von ihm getrennt zu sein. In der Tat sollen wir das Licht selbst sein.2

Wenn wir möchten, dass unser Leben Gott widerspiegelt, dann werden wir die Art und Weise, wie wir denken und handeln, nach dem ausrichten, was Er in der Schrift offenbart hat. Was die Bibel uns lehrt zu tun, werden wir tun; was sie sagt, wir sollten nicht tun, tun wir nicht; wenn wir nicht-moralische Entscheidungen treffen, sind wir frei, unsere persönliche Wahl zu treffen. Mein Gebet ist, dass diese Serie ein Segen sein wird, indem sie dazu beiträgt, dein Verständnis darüber zu vertiefen, was die Schrift in Bezug auf das sittliche und ethische Leben lehrt; eine gewisse Orientierung bietet, wenn du vor moralischen Entscheidungen stehst, und deinen Weg mit dem Herrn in gewisser Weise verbessert.

 

 

1Wayne Grudem, Christliche Ethik (Wheaton: Crossway Publishers, 2018), 107.

2John Frame, Die Lehre vom christlichen Leben (Phillipsburg: P & R Publishing, 2008), 133.

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