Eine Betrachtung von Matthäus und Lukas jeweils Kapitel 4
Nicht jeder kann sich an Bestimmtes aus seiner Kleinkindzeit erinnern, ich schon. Ich erinnere mich noch daran, wie ich auf dem Schoß von meinem Vater saß und er mich zum Lachen brachte. Ich berührte sein Gesicht, seinen Mund und er schnappte nach meinem Finger, tat so als ob er mir in die Finger beißen würde. Wir hatten beide Spaß miteinander. Doch einmal kam mir der Gedanke, was wenn er tatsächlich zubeißt? Was ich dann noch weiß ist, dass es sich in meinem Kopf festgesetzt hat, dass mein Vater vielleicht doch nicht nur lieb ist. Die Zweifel waren gesät und ich wurde sie den Rest meines Lebens nicht mehr los.
Hast du dir je Gedanken darüber gemacht, was da in der Wildnis passiert ist, als Jesus vom Teufel versucht wurde? Hast versucht es dir bildlich vorzustellen?
Um das wirklich tun zu können, denke ich, muss man sich zuerst einmal klar machen, dass Jesus zwar Gott der Sohn ist, jedoch unter der Bedingung auf die Welt kam, um wie wir Menschen zu sein. Also nicht als Gott umherwandeln und jedem erzählen, dass er Gott ist, deshalb falle nieder und bete mich an – ist das nicht wie manche Menschen wie Atheisten und Muslime denken er hätte es tun müssen, wenn er wirklich Gott gewesen wäre.
Was wäre passiert hätte Jesus das tatsächlich getan? Er hätte das nur einmal sagen können und wäre dann auf der Stelle wegen Gotteslästerung gesteinigt worden. Heutzutage würde man ihn in einer Klappsmühle wegsperren. Er hätte seinen Auftrag, weswegen er auf diese Welt kam, noch nicht einmal beginnen können. Ihn als Gott zu sehen, dafür hätten die Menschen auch keinen Glauben aufbringen müssen, denn sie hätten ja gesehen, aber das ist was Glauben doch ist, sich sicher zu sein, auch wenn du es nicht sehen kannst. Auch hätten sie doch zu vielem von seinen Lehren gesagt: „Du hast leicht reden, du bist Gott, aber wir nicht.“ Jesus wäre als Gott kein Beispiel für uns gewesen, niemand zum nachahmen.
Jesus wurde also wie wir als Baby geboren, hat seine Windeln voll gemacht und war total von seiner Mutter abhängig. Er musste alles von der Picke auf lernen, genauso wie wir. Er ist zuerst wie wir auch auf dem Boden herumgekrabbelt bevor er sich irgendwo hochzog um laufen zu lernen. Und so ist er auch im Glauben zuerst nur gekrabbelt und musste genau wie wir lernen, im Glauben zu wachsen, zu beten und Gott durch sein Wort kennen und verstehen lernen. Und er ging durch alles durch so wie wir, jedoch wie es heißt, ohne Sünde. In ihm wuchs eine Kraft, die es ihm möglich machte, jeder Versuchung zu widerstehen und ohne Sünde zu sein.
Jesus hat wohl in frühen Jahren schon gelernt, nicht nur zu beten, sondern dabei auch still zu werden, um eine Antwort zu bekommen. Und es muss ihm treu das Wort Gottes gelehrt worden sein. Wie sonst hätte er die Weisheit erlangen können, die er schon als 12-jähriger hatte, um gelehrte Männer in Erstaunen zu versetzen? (Lukas 2,41-52)
Und das muss damals auch eine ziemliche Versuchung für einen 12-jährigen gewesen sein, dann brav mit den Eltern wieder nach Hause gehen zu müssen, wenn er da im Tempel schon seine Göttlichkeit unter Beweis hätte stellen können. Dort bei den Gelehrten weiter lernen, einen guten Ruf bekommen und seinen Weg dann zu gehen. Wie wohl hätte er damit seinen Weg durchgedrückt, doch muss Gott es ihm ans Herz gelegt haben, anstatt seinen unabhängigen Weg zu gehen, gehorsam mit seinen Eltern zu gehen und weiterhin auf Gott und seine Wege zu vertrauen.
Wie konnte nun Satan, der Teufel in der Wildnis Jesus dahin verführen, vor ihm niederzufallen und anzubeten? Hat er ihm etwa Zweifel in sein Herz gesät, ihm weiß gemacht, dass Gott sein Vater ihn auf die Welt geschickt hat, weil er ihn im Himmel loswerden wollte? – Satan der Lügner!
Was ist eine Versuchung? Gehst du da nicht durch innere Kämpfe und Zweifel und fragst schließlich, was ist noch wahr und was nicht? Wenn es tatsächlich so gewesen wäre, dass Gott ihn verlassen hat, wäre hier Satans Angebot, der Herrscher der ganzen Welt zu sein, wenn er nur das eine Mal sich vor ihm niederkniet, doch das nächst Höchste gewesen!
Man stelle sich auch vor, wie sehr es Jesus Herz belastet haben muss, all das Unrecht, all die Ungerechtigkeit, Tyrannei und Leid in der Welt mitansehen zu müssen. Und hier wird ihm durch Satan die Gelegenheit geboten, als Herrscher der Welt das alles zu ändern – was für eine Versuchung? – Wie hättest du reagiert? Hättest du weiterhin auf Gott vertrauen können, dass er alles besser weiß und einen besseren Plan hat?
Verstehst du jetzt, was für eine verführerische Versuchung das für Jesus war? Er war nicht nur mit seinem Körper in der Wildnis, sondern auch in seinen Gedanken,
umgeben von Monster, die ihn verschlingen und vernichten wollten. Monster von Zweifel, Verzweiflung und Entmutigung!
Aber Satan wie gesagt, ist ein Lügner. Es war nur eine Lüge, dass Gott ihn verlassen hatte, denn Jesus musste tief in seinem Inneren Gottes Stimme gehört haben, denn Gott verspricht, dass er uns niemals verlassen oder im Stich lassen wird – 5.Mose 31,6 und Hebräer 13,5. Gott muss Jesus an Schriftstellen wie diese erinnert haben: „Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Hass. – Sprüche 15,17
Und bestimmt hat er sich an Moses Entscheidung erinnert: Er zog es vor, mit dem Volk zu leiden, anstatt sich dem flüchtigen Vergnügen der Sünde hinzugeben. – 2. Mose 2; Hebräer 11,25
Das muss ihm die Kraft gegeben haben, Satan zu erwidern: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm allein dienen.“ 5. Mose 6,13
„Als der Teufel aufgehört hatte, Jesus zu versuchen, verließ er ihn für einige Zeit.“ – Lukas 4,13 Satan war noch lange nicht fertig mit Jesus, sondern verlies ihn da nur für eine Weile. Matthäus fügt in seinem Evangelium dann noch hinzu: „… Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.“ – Matthäus 4,11
Engel brachten ihm wohl Wasser und Nahrung um ihn physisch zu stärken, aber ich denke, sie stärkten ihn vor allem mit dem Wort Gottes.
Satan hatte alles daran gesetzt, damit Jesus Gottes Segen und Reichtümer anzweifelt, selbst seine Erbschaft und sich deshalb ihm zuwendet – passiert so etwas nicht auch uns?
Was hat Jesus durch diese Zeit der Versuchung mitgenommen, daraus gelernt? Doch wohl, dass der wahre Kampf in unseren Herzen stattfindet, ein Kampf um unsere Seelen. Deshalb warnt uns Paulus ja auch: „… auf dass wir nicht überlistet werden vom Satan; denn uns ist nicht unbekannt, was er im Sinn hat.“ – 2.Korinther 2,11 Deshalb: „Noch ein Wort zum Schluss: Werdet stark durch den Herrn und durch die mächtige Kraft seiner Stärke! Legt die komplette Waffenrüstung Gottes an, damit ihr allen hinterhältigen Angriffen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die bösen Geister in der Himmelswelt.“ – Epheser 6,10-12
Satan wollte Jesus und mit ihm seinen Auftrag, weswegen er zur Erde kam, durch all die Zweifel zerstören, doch bin ich mir sicher, Jesus hat mit seiner letzten Kraft und aus ganzem Herzen zu Gott seinem Vater ausgerufen, ihn von diesen Zweifeln zu befreien. Er hat, dank Gott, Satan nicht nachgegeben und Gott kam ihm auf der Stelle zur Seite und sandte seine Engel, um ihn wieder aufzurichten.
Es hat ihm bestimmt auch die Augen geöffnet, wie nichts all die Reiche mit ihren Reichtümern sind, wie sehr vergänglich, heute hier und morgen schon nicht mehr da, dafür ein anderes Reich.
Was für eine süße Befreiung und Wohltat das gewesen sein muss, als die Engel kamen und sich seiner annahmen. Sie müssen ihn in diesem Moment mit dem gefüttert haben, was er am meisten brauchte, das reine, unverfälschte Wort Gottes. Nicht durch Satan verdreht, verfälscht und falsch angewendete Wort, sondern rein, so wie es direkt von Gott kommt.
Ich erinnere mich an Situationen, wo ich ausgehungert endlich die Nahrung bekam, die ich so dringend brauchte und so muss es Jesus genauso ergangen sein – er war ganz Mensch in diesem Moment! Mit Satan solche Kämpfe auszufechten, kostet immer seinen Zoll an Kraft. Und mit der Gegenwart und den helfenden Händen der Engel begann dann seine Heilung. Es war ein langer harter Kampf gewesen und er musste nun von neuem gestärkt, mit neuer Vision versehen und neu aufgefüllt werden. – Der Beginn eines neuen Lebens für Jesus, der Beginn seines endgültigen Auftrages.
Das hat ihn bestimmt auch das gelehrt, was er dann zur Gewohnheit machte, sich immer genügend Zeit zu nehmen, mit den Worten seines Vaters aufgefüllt zu werden, dass das die Quelle seiner Kraft und Macht war, dieses vom Himmel aufgefüllt werden.
Hätte Jesus diesen Kampf nicht durchgekämpft, sich den Zweifeln und Verführungen Satans nicht gestellt, hätte er zu früh aufgegeben, wäre nicht verzweifelt genug mit seinem Vater gewesen, wäre er nie zu dem geworden, was er schließlich war, er hätte nie den Kampf mit Satan um die Erde gewonnen. Und das ist etwas was ich selbst in meinem Leben immer wieder erfahre, dass Satan versucht, mich an einem Vorhaben oder Projekt zu hindern, da es sein Reich schwächen wird. Doch wenn Jesus nicht durchgehalten hätte, das Schlimmste wäre dann gewesen, dass der Preis nicht bezahlt worden wäre, das unsere Seelen vor dem ewigen Tod rettet, wenn wir Jesus Geschenk annehmen – Satan hasst alles was Gott geschaffen hat, er setzt deshalb alles daran, um dich daran zu hindern, zu glauben, zu vertrauen und anzunehmen.
Und nicht nur hat Jesus diesen Kampf gewonnen, er kämpft seither auch um dich und für dich, du musst nur seine Hilfe wollen. Dadurch, dass Jesus das Wort Gottes im richtigen Zusammenhang zitierte, gewann er über Satan und du musst das gleiche tun. Es ist Gottes Wort, durch das die Erde entstand und gehalten wird und es ist sein Wort, das dir ewiges Leben geben und dir die Kraft für heute geben wird – liebe und zitiere es!
Jesus: „Wer überwindet und den Kampf besteht, dem werde ich das Recht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden und den Kampf bestanden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.– Offenbarung 3:21
Wer Ohren hat, der höre … Vers 6, 22
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