Der Sämann und das Saatgut

Das Gleichnis

Matthäus 13,3-23

Im Gleichnis vom Sämann und dem Samen erzählte Jesus von vier Arten von Boden, auf dem der Samen gesät wurde:

● dem Weg, wo der Samen von den Vögeln gefressen wurde;
● dem felsigen Boden;
● dem Boden, voller Dornen;
● und dem guten, fruchtbaren Boden.

Er begann Seine Interpretation mit:

„Doch ich will euch das Gleichnis vom Bauern, der seine Saat ausstreute, erklären: Die Saat, die auf den harten Weg fiel, steht für die Menschen, die die Botschaft vom Reich Gottes hören, sie aber nicht verstehen. Dann kommt der Teufel und reißt ihnen die Saat aus dem Herzen.“

Der Samen wird in den verschiedenen Bibeln und Evangelien unterschiedlich genannt: das Wort,  das Wort vom Reich, das Wort Gottes, die Botschaft vom Reich Gottes oder Gottes Botschaft. Die Anwendung des Gleichnisses setzt die in vier verschiedene Böden gepflanzten Samen in Beziehung mit vier Arten von Reaktionen, die Menschen zeigen, wenn sie die Botschaft von Gottes Wort hören.

Wenn Saatgut auf den verhärteten Weg am Rande des Feldes fiel, lag es oben auf dem Boden, wo es für die Vögel ein Leichtes war, es zu fressen. In der jüdischen Literatur zu Jesu Zeiten symbolisierten die Vögel manchmal den Teufel. Manche Menschen sind wie verhärtete Erde. Der Same hat keine Chance, in solch verhärtetem Boden zu keimen, weil die Person für die Botschaft unempfänglich ist. Solche Menschen hören vielleicht höflich mit den Ohren zu, aber sie hören nicht wirklich hin. Der Same wird dann von dem Bösen weggeschnappt.

Jesus gab dann die Interpretation der zweiten Art von unfruchtbarem Boden.

Der felsige Boden steht für jene, die die Botschaft hören und sie freudig annehmen. Aber wie bei jungen Pflänzchen in einem solchen Boden reichen ihre Wurzeln nicht sehr tief. Zuerst kommen sie gut zurecht, doch sobald sie Schwierigkeiten haben oder wegen ihres Glaubens verfolgt werden, verdorren sie.

Im Gegensatz zum Saatgut auf dem Weg, kann bei dieser Art von Boden die Saat keimen. Der Boden ist jedoch nicht tief, da der Fels darunter oberflächennah ist. Aus diesem Grund erwärmt sich der Boden zu Beginn der Jahreszeit und die Pflanze sprießt schnell, aber aus Mangel an Wasser und zu flachen Wurzeln wird sie bald versengt, schrumpft und stirbt. Auf diesem Boden wachsen kurzlebige Pflanzen.

Im Kontext der Evangelien ist diese Art von Boden repräsentativ für diejenigen, die die Botschaft Jesu hörten, einige Seiner Wunder sahen und zunächst eifrig auf Seine Lehre hörten. Sie hatten Freude an der Botschaft, aber ihre Begeisterung basierte nicht auf persönlicher Überzeugung, sondern auf äußeren Reizen und Emotionen; und wenn das Äußere fehlte, kühlten sich die Emotionen ab und die Begeisterung verschwand. 4 Als Schwierigkeiten, Nöte oder Verfolgung des Glaubens eintrafen, verblasste ihre anfängliche Begeisterung und der Glaube verschwand. „Felsiger Boden“ Personen haben einen oberflächlichen Glauben; ihre Wurzeln gehen nicht tief. Zeiten der Prüfung bedeuten das Ende ihres Glaubens. Obwohl diese früh sprießen und etwas wachsen, welken sie, bevor sie Früchte tragen.

Als nächstes sprach Jesus über die Samen, die zwischen den Dornen gesät wurden.

Die Dornen stehen für jene, die das Wort Gottes hören und es annehmen. Doch viel zu schnell wird es erstickt durch die Alltagssorgen und Verlockungen des Reichtums, und die Ernte bleibt aus.

Dieser Boden scheint recht fruchtbar zu sein, da der Samen keimt und wächst, ebenso wie die Dornen, die im gleichen Boden wachsen. Es ist klar, dass es in diesem Fall eine positive Reaktion auf das Wort gibt, aber es trägt keine Früchte, weil anderes es verdrängt und seine Fähigkeit, volles Wachstum und Verwirklichung zu bringen, beeinträchtigen.

Das griechische Wort für „Sorgen“ wie den Alltagssorgen, kann auch mit Furcht oder Beunruhigung übersetzt werden, und einige Übersetzungen geben es als „die Sorge der Welt“ wieder. Eine solche Sorge kennt jeder; sie ist eine der Lebensbedingungen, da wir nie wissen, was ein Tag bringen wird. Wie oft denken wir an Dinge, die uns in irgendeiner Weise Schaden zu zufügen drohen, auch gibt es immer Dinge, die wir gerne hätten, aber nicht haben werden.2

Dann erklärte Jesus die Bedeutung der Samen, die auf gutem Boden ausgesät wurden:

Markus 4,20: Der gute Boden aber meint schließlich die Menschen, die Gottes Botschaft hören und annehmen und reiche Frucht bringen – dreißig-, sechzig-, ja hundertmal so viel, wie gesät wurde. 

Lukas 8,15: Der gute Boden produziert diejenigen, die das Wort hören und verstehen; diejenigen, die, die Gottes Botschaft hören und annehmen und verlässliche, aufrichtige Menschen, die Gottes Botschaft hören, an ihr festhalten und durch ihre Beständigkeit viel Frucht hervorbringen. 

„Wer hören will, der soll zuhören und begreifen!“ – Matthäus 13,9

Diejenigen, die hören und verstehen, verstehen nicht nur, was das Wort sagt, sondern akzeptieren, glauben, assimilieren es und engagieren sich auch dafür. Es sind diese Menschen, die Früchte tragen.

Fruchtbare Christen sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und verstehen, und dadurch bringt es Frucht in ihrem Leben und dem Leben anderer. Einfach gesagt, wahre Christen tragen Früchte.

Fazit:

Für einige Menschen geht Gottes Wort in das eine Ohr hinein und aus dem anderen wieder heraus, und es schlägt nie Wurzeln. Andere empfangen die Botschaft mit Begeisterung, sind eine Zeit lang enthusiastisch, aber wenn Schwierigkeiten oder Probleme auftreten, zeigen diese Prüfungen die Oberflächlichkeit ihres Engagements. Einige nehmen das Evangelium an, aber allmählich verdrängen andere Interessen es vom ersten Platz. 3 Das gemeinsame Ergebnis dieser drei ist, dass sie keine Früchte tragen.

Diese nicht fruchttragenden Menschen und diejenigen, die Früchte tragen, beschrieben ursprünglich diejenigen, die gekommen waren, um Jesus sprechen und lehren zu hören.

Große Menschenmassen, manchmal zu Tausenden, waren da die Ihm zuhörten – manchmal blieben sie tagelang bei Ihm. (Matthäus 15,29-39) Aber nicht alle nahmen sein Wort auf und glaubten ihm, und nicht alle, die es hörten und glaubten, blieben dabei. Einige fielen ab. Dennoch fuhr Jesus fort zu predigen und zu lehren – auch wenn einige seiner Anhänger sich abwandten und nicht mehr mit ihm gingen. (Johannes 6,66)

Er war treu, die Botschaft unabhängig von den Ergebnissen zu predigen, die das Beispiel dafür setzte, dem wir in unserem Zeugnis ablegen, unserer Lehre und unserem Gewinnen von Christusnachfolgern folgen können. Nicht alle, mit denen wir sprechen, werden glauben, und nicht alle, die glauben, werden weiterhin geistig wachsen oder im Glauben fortfahren. Manche werden verkümmern, und manche werden von den Sorgen dieser Welt abgelenkt. Unsere Aufgabe ist es, alles zu tun, was wir können, um das Evangelium mit anderen zu teilen, sie geistlich zu nähren, zu fördern und sie zum Wachstum herauszufordern. Aber das Ergebnis in ihrem Leben hängt von ihren Entscheidungen und ihrem Engagement für geistliches Wachstum ab.

Wenn wir über dieses Gleichnis nachdenken und seine Botschaft auf uns und unser Glaubensleben übertragen, gibt es vielleicht Zeiten, in denen wir einen der drei unfruchtbaren Böden widerspiegeln. Vielleicht gibt es Zeiten, in denen wir uns fühlen, wie der verhärtete Weg geworden zu sein, das Interesse an Gottes Wort verloren haben und für ihn nicht mehr empfänglich sind. In solchen Zeiten versucht Gott vielleicht, zu uns zu sprechen, aber weil wir nicht darauf reagieren, dringen seine Worte nicht in unser Herz und bleiben wirkungslos.

Vielleicht ist die Freude, die wir am Anfang unseres christlichen Lebens hatten, verblasst, und unser Glaube und unsere Hingabe verdorren, wie der Same auf dem felsigen Boden. Oder vielleicht haben uns die Alltagssorgen, die Lasten, die Probleme, die körperlichen Gebrechen und andere Sorgen-Gründe abgelenkt. Vielleicht erstickt das Streben nach Finanzen – sei es, weil wir es dringend brauchen, sei es, weil wir so sehr darauf aus sind, mehr zu bekommen – unseren Glauben und unsere Fruchtbarkeit, wie die Dornen.

Als Nachfolger, die sich darauf konzentrieren, nach den Lehren Jesu zu leben, müssen wir uns selbst bewusst sein, wie es um den Boden unseres Herzens bestellt ist. Es liegt an jedem von uns, an Gottes Wort festzuhalten und mit Geduld Frucht zu bringen; ein guter, aufnahmefähiger und fruchtbarer Boden zu bleiben, damit wir gemäß unseren Gaben und unserer Berufung Frucht für den Herrn bringen können. Wie Jesus sagte: Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht hervorbringt und euch so als meine Jünger erweist. – Johannes 15,8

Die mit Tränen säen,
werden mit Jubel ernten.
Weinend gehen sie hinaus
und streuen ihre Samen,
jubelnd kehren sie zurück,
wenn sie die Ernte einholen.
– Psalm 126,5-6

Das Gleichnis von den zehn Brautjungfern hier

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