Metanoia = Lebensveränderung

Metanoia = eine Gesinnungs- oder Lebensveränderung

Eine Zusammenstellung

Der Begriff „Metanoia“ leitet sich von der griechischen Vorsilbe meta ab und bedeutet in Verbindung mit Adjektiven oder Substantiven zwischen, inmitten, nach, nachher, später und noia-nous bedeutet Geist, Intellekt oder Verstand. Der Begriff wird gewöhnlich bei zwei verschiedenen Verbindungen verwendet, bei denen beide diese ursprüngliche Bedeutung behalten. In der Bibel wird der Begriff meistens mit bereuen, Buße tun übersetzt.

Der griechische Gelehrte Tertullian (etwas 160-225 AD) argumentierte, im Zusammenhang mit christlicher Theologie sei metanoia am besten mit Gesinnungsänderung zu übersetzen. In diesem bestimmten Zusammenhang könnte Gesinnungsänderung verwendet werden, um die Veränderung eines Ungläubigen zu einem Gläubigen zu bezeichnen. Weiterhin wird bei dieser besonderen Gesinnungsänderung ein umfassender Wandel im Benehmen und der Gesinnung eines Menschen erwartet; von der Person, die eine Metanoia durchmacht wird erwartet, nicht nur eine gottesfürchtige Haltung einzunehmen, sondern auch dementsprechend zu handeln. Daraus folgt, Buße tun bezieht sich auf das Abschwören von der Sünde im Denken und Handeln. – Robert Arp

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Dem Evangelium des Markus nach predigte Johannes der Täufer überall, „sich taufen zu lassen als Zeichen dafür, dass man sich von seinen Sünden abgekehrt“ (Markus 1:4; Lukas 3:3) Aus der Perspektive des Matthäus war der Kern der Botschaft des Täufers, „Kehrt um und wendet euch Gott zu, denn das Himmelreich ist nahe.“ – Matthäus 3,2 Metanoia an diesen Stellen und anderen in der Bibel bedeutet „nicht nur eine Veränderung der inneren Einstellung, sondern eine völlige Kehrtwende des eigenen Lebens, mit allem, was solch eine Neuorientierung impliziert, die Notwendigkeit für Gottes Hilfe auf der einen und dem moralischen Benehmen des Menschen auf der anderen Seite.“ – Lewis und Demarest

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Ein Wandel im Geist und Verstand

Einfach ausgedrückt, Metanoia wird ein Wort mit bedeutungsvollem Inhalt durch das Predigen Christi und der Apostel: In einer bestimmten Art und Weise denken, danach aber auf eine völlig andere Weise.

Das Evangelium behandelt, worum es beim Gesinnungswandel geht: Jesus und der Jünger Predigt spricht nous [Verstand] an, und entweder ändert der Mensch seine Art wie er  denkt oder auch nicht. Wenn jemand auf das Evangelium hin seinen Intellekt ändert, hat er eine Metanoia erfahren. Darum ist die Verkündigung der Metanoia zu Anfang des Neuen Testaments die Pforte zum ganzen Rest der Lehre des Neuen Testamentes: Verändere dein Denken! Über was? Höre zu! Ein radikaler Gesinnungswandel wird in der religiösen Welt stattfinden … nein, er findet jetzt statt. Was wir über Gott dachten und das Gesetz und die Gerechtigkeit und Vergebung dreht sich ganz um die Veränderung. Höre hin! Metanoia und glaube an das Evangelium!

Die neutestamentliche Metanoia handelt von dem göttlichen Ruf nach einem radikalen Gesinnungswandel dessen, wie wir über Religion denken. Darum ist „Buße“ eine völlig unzureichende Übersetzung dieses erstaunlichen Wortes „Metanoia“, und gibt dem Predigen Jesu und Seiner Apostel einen völlig anderen Beigeschmack. War die Hauptverkündigung Jesu und der Jünger „Tue Buße! Schäme dich deiner Sünden?“, oder war sie „Metanoeite! Denkt anders!“? Erkennst du den Unterschied zwischen diesen beiden Ausdrücken? Welcher hält sich im Einklang mit dem Evangelium der Gnade, wie wir es vom Neuen Testament her kennen? Nicht der erste, sondern der zweite!

Das Evangelium ruft uns dazu auf, anders über Religion zu denken. Wenn der Mensch denkt, er sei gut, und dass Gehorsam dem Gesetzt gegenüber, der Weg zur Errettung sei, und dass das Gesetzt nur teilweisen Gehorsam verlangt, und die meisten Menschen nicht umkommen, verlangt Jesus von uns, zu glauben, keiner sei gut und niemand wird durch das Einhalten des Gesetzes gerettet, denn das Gesetzt verlangt perfekten Gehorsam und das ist der breite Weg, der zu Vernichtung führt. Die Apostel fordern uns auf, zu glauben, dass das Kreuz Christi die Kraft und die Weisheit Gottes sei, der einzige Weg, der uns retten wird, und durch den wir im Glauben leben, wohingegen die Welt denkt, das Kreuz sei Unverstand. – Eli Brayley

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden ( gerettet sind), ist es Gottes Kraft.  – 1.Korinther 1,18 

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Echte Buße

Wahre Buße ist Metanoia, griechisch für eine völlige Richtungsänderung. Vielen tut etwas leid, aber sie ändern sich nicht wirklich, wie etwa König Saul. Der erbärmliche Saul hat es nie gelernt. Er entschuldigte sich und bereute es viele Male, doch machte nie eine echte Wende, er kehrte niemals um und ging in die andere Richtung. Saul brach vor dem Propheten Samuel zusammen und heulte, doch nicht, weil es ihn reute, sondern weil es ihm leid tat, das Königreich zu verlieren. (1. Samuel 15,24–30) Er bekannte nicht wirklich seine Sünde und kehrte sich von ihr ab, von der bösen Wurzel hinter seiner öffentlichen Show. (Sprüche 28,13)

Zwar beging König David ebenfalls große Sünden, so tat er doch echte Buße und änderte sich wahrlich. Darum vergab ihm Gott großzügig. David suchte das Herz Gottes. (1.Samuel 13,14; Psalm 51) David liebte Gott von ganzem Herzen und wollte Gott verehren und gefallen. Gott liebte David trotz allen seiner Sünden und Verfehlungen, da er bereit war, sie zuzugeben und sich zu ändern – und wurde im Weiteren zu einem der Großen unter Gott, ungeachtet seiner selbst.

Bei wahrer Buße tut es einem nicht nur leid: sie ist „Metanoia“, eine völlige Veränderung von Herz und Verstand und Ziel – ein völlig neuer Mensch, eine neue Persönlichkeit, eine neue Kreatur in Jesus Christus – wiedergeboren! Nur Gott kann so etwas bewerkstelligen, doch dazu müssen wir uns anstrengen, den vertrauenden Willen zu zeigen.

Du hast echte Buße getan, wenn sich dein Herz und dein Leben und dein ganzes Denken verändert hat. Es beinhaltet eine völlige Kehrtwende und in die andere Richtung gehen! – Genauso, wie wenn du mit deinem Wagen die Straße entlangfährst und dich entschließt, die entgegengesetzte Richtung einzuschlagen, musst du eine 180°-Wendung machen.

Wenn du das tust, machst du genau das, was das Wort „Metanoia“ in unserem Neuen Testament in seiner Übersetzung bedeutet: „Hört auf zu sündigen und kehrt um zu Gott, denn das Himmelreich ist nahe.“ – Matthäus 4,17 Weißt du, was Jesus damit sagen wollte? Habe eine Revolte in deinem Leben – denn das Himmelreich Gottes ist nahe! Er sagte, drehe dich um und fang an in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Du kannst nicht einfach so weiterleben. Du kannst nicht weiter in dieselbe Richtung reisen. Niemand kann einfach zurückgehen und Mammon und Gott gleichzeitig dienen. Unmöglich, sagt sogar Jesus. „Immer wird er den einen hassen und den anderen lieben oder dem einen treu ergeben sein und den anderen verabscheuen. Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen.“ Matthäus 6,24 Wem dienst du? – David Brandt Berg

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Um der Errettung willen Buße tun

Als Paulus die Ältesten von Ephesos aufruft, auf die Insel von Milet zu kommen in der Nähe des heutigen Balat, berichtet er ihnen, öffentlich und von Haus zu Haus dieses,  Ich habe immer nur eine einzige Botschaft für Juden wie für Griechen gehabt: dass die Menschen sich unbedingt von der Sünde abwenden und zu Gott umkehren müssen und dass sie glauben an Jesus Christus, unseren Herrn.“ (Apostelgeschichte 20,21)

Als er dann vor König Agrippa steht sagt Paulus: „Deshalb, König Agrippa, habe ich dieser Vision aus dem Himmel gehorcht. Ich habe zuerst den Juden in Damaskus, dann denen in Jerusalem und in ganz Judäa sowie auch den Nichtjuden gepredigt, dass sie sich von ihren Sünden abwenden (Metanoia) und zu Gott bekehren müssen. Durch ihre guten Werke sollen sie beweisen, dass sie ihr Leben geändert haben.“ – Apostelgeschichte 26,19–20

Paulus verkündet dieselbe Botschaft wie Johannes, Jesus und Petrus und erklärt, wie die Buße für die Errettung notwendig sei, und dass die Frucht oder die Werke, die der Buße (buchstäblich, ein fortlaufender Prozess unter der Kontrolle des Heiligen Geistes) würdig sind, wahre Reue andeuten.

Die Bibel lehrt ebenfalls, dass Buße eine Gabe Gottes ist. Petrus und die anderen Apostel erklären dem Sanhedrin: „Nun hat Gott ihm (Jesus) als Herrscher und Erlöser den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben, damit Israel umkehren und sich Gott zuwenden kann und Vergebung seiner Sünden erhält.“- Apostelgeschichte 5,31 Petrus erläutert seine Berufung vom Herrn mit der Botschaft der Errettung, als die anderen das hörten, … fingen sie an, Gott zu loben. Sie sagten: „Also schenkt Gott allen Menschen die Möglichkeit zur Umkehr, damit sie leben können.“ – Apostelgeschichte 11,18

Heute fehlt größtenteils die Bedingung der Buße bei der Botschaft der christlichen Errettung. Allzu oft wird Errettung als eine gratis Eintrittskarte zum Himmel angeboten, etwas, das uns nichts kostet. Die Bibel allerdings lehrt uns, sowohl der Ruf nach Buße und der Zustand der Reue sind unerlässlich, damit der Prozess der Errettung stattfinden kann. Die verbale Form von Metanoia drückt den Ruf nach Taten aus, den Entschluss zu fassen, die eigene Lebensrichtung zu ändern, die substantive Form der Metanoia, hält die notwendige Bedingung für die Errettung fest. Nur mit diesen beiden gegenwärtig ergibt sich die Frucht der Buße. Kurz: man muss erkennen, dass man eine Änderung seiner Lebensrichtung braucht. Man muss den Entschluss zur Veränderung fassen, und dann sein Leben Christus unterwerfen, Christi Geist in seinen eigenen aufnehmen. Darin besteht der Preis, die Unterwerfung seines Lebens. Das ist wichtig, denn wie es in der Bibelsprache deutlich ausgedrückt wird, keiner vermag sich selbst zu ändern; geistige Veränderung geht allein von Gott aus. Die gute Nachricht ist, Buße ist eine Gabe Gottes für alle, die sich Christus unterwerfen. – Bill Klein

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Erschienen auf Anker im Mai 2017.

https://anchor.tfionline.com/de/post/metanoia-lebensveranderung/

 

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