Buße tun

18.8.2016

Lieber Freund,

zu deiner Frage was ich unter Buße tun verstehe, habe ich nicht gerade etwas parat wo ich sagen kann lies das. Nur kurz, ich verstehe unter Buße tun, wahrscheinlich etwas anderes als die katholische Kirche. Luther hat ja die Bibel durchforscht und verschiedene Punkte angekreidet, Praktiken der Katholischen Kirche, die nicht mit dem Evangelium bzw. der Bibel übereinstimmen. Und eines davon ist Buße und Beichten.

Bei Kathpedia finden wir: „Buße bedeutet, die Abkehr von der Sünde und die Zuwendung zu Gott. Sie bedeutet, dass uns eine begangene Sünde aus Herzensgrund (innerlich) schmerzt oder der Schmerz irgendwie (äußerlich) zum Ausdruck gebracht wird. Die Buße ist ein ständiger Vorgang im Leben des Christen“ – womit ich übereinstimme. Jedoch kann ich, genauso wenig wie Luther, mit dem übereinstimmen: Die Kirche schenkt durch Bischof und Priester im Namen Jesu Christi die Sündenvergebung und bestimmt die Art und Weise der Genugtuung, sie „betet für den Sünder und leistet mit ihm Buße.“

Mönche und Nonnen kasteien sich manchmal selbst. Aber das ist Selbstjustiz, sich selbst verurteilen und sich selbst eine Strafe auferlegen (oder es vom Priester auferlegen lassen). Sie überlassen es nicht Gott, bringen ihre Schuld nicht einfach vor Gott und lassen ihn entscheiden, wie er mit ihrer Schuld umgehen möchte (Hebräer 12:1-11), sondern nehmen es in ihre eigene Hand (oder die des Priesters) – das alte Problem zwischen „Werke“ und „Gnade“. Durch das Kasteien wird man kein besserer Mensch, nur mehr Schuldbeladen und Frustriert, denn wir können uns nicht selbst besser machen, es muss Gottes Arbeit sein und sein Verändern durch sein Wort (Johannes 15:1-5).

Lass uns mal in der Bibelkonkordanz das Wort Buße eingeben und sehen was wir bekommen.

Erst einmal, im Alten Testament waren die Israeliten angehalten, ein Tieropfer zur Buße von Sünden zu bringen (3.Mose 5:5-6).

Zwischen dem Alten und Neuen Testament kam Johannes der Täufer, um den Weg des Messias – Jesus – vorzubereiten (Maleachi 3:1):

Markus 1:4 Johannes der Täufer war in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. – Da ist schon nichts mehr von Ritualen mit einem Schlachtopfer zur Vergebung der Sünden, sondern: Matthäus 3:8 „Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!“ – es also eine Herzensangelegenheit sein zu lassen.

Jesus sagte im Matthäus 12:41 „Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona.“ – Was war das für eine Buße der Leute von Ninive? Sie bereuten ihren Lebenswandel und wollten sich ändern.

Gott hat durch Jesus das letzte Opfer dargebracht, als Jesus am Kreuz starb, zur Vergebung der Sünden, Heute müssen wir also nur noch unsere Sünden bereuen, bekennen und Jesus oder wenn wir gegen jemand persönlich gesündigt haben, um Verzeihung bitten. Danach sollten wir aber bestrebt sein, daraus zu lernen und uns ändern wollen und nicht mehr ins gleiche Fahrwasser zurückkehren.

Ich habe dazu noch was gefunden:

Unbenannt

7-30

Lass die Schuldgefühle hinter dir

– eine Zusammenstellung

Wenn ich nur … (Ach hätte ich nur…)
Manchmal denkst du, wenn du einfach die Zeit zurückdrehen könntest, deine Schritte noch einmal gehen könntest, würde alles besser werden. Wenn du einfach das, was du jetzt weißt, auf vergangene Situationen anwenden könntest, könntest du schmerzliche Erfahrungen rückgängig machen und möglicherweise deinen Lebensablauf ändern. Doch ehrlich gesagt, diese Situationen – mit ihren Fehlern – machten dich zu dem Menschen, der du jetzt bist. Die schmerzlichsten und schwierigsten Situationen verhalfen dir zu Kraft und Reife. Durch deine Fehler lerntest du unschätzbare Lektionen. Fehler verhelfen dir zudem zu mehr Demut und machen dich deswegen liebevoller und damit mitfühlender für andere und verständnisvoller für das, was sie durchmachen.
Statt also deine Vergangenheit zu bereuen, sei dankbar für das, was sie dich lehrte. – Jesus in Prophezeiung

* * *

Wir alle machen Fehler, müssen kämpfen, und bedauern Vergangenes. Dennoch bist du nicht deine Fehler, du bist nicht deine Kämpfe, aber du bist jetzt hier, du hast die Macht deinem Tag und deiner Zukunft Form zu verleihen. – Steve Maraboli

Das Ende ist noch nicht da
Wenn einige deiner Entscheidungen zu schlechten Ergebnissen führten, oder nicht zu dem was in deiner Absicht lag, halte dir vor Augen, dass du bestimmt noch nicht ihre vollen Auswirkungen gesehen hast. Was wie ein Stein oder eine Schlange aussieht, mag sich vielleicht als ein Laib Brot herausstellen – oder sogar als eine Drei-Gänge-Mahlzeit. (Lukas 11:11-13) Orson Welles sagte einmal: „Ein Happy End hängt davon ab, wo du deine Geschichte enden lässt.“ Oder wie es jemand anderes ausdrückte: „Alles wird am Ende gut werden, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ Dieses Prinzip trifft mit Sicherheit auf diejenigen zu, die den Herrn lieben und zu Ihm für Leitung aufschauen, da Er versprochen hat, alles letztendlich zum Guten zu führen. (Römer 8:28)
Es liegt an uns Menschen, zurückzuschauen und das zu bedauern, was wir getan haben, oder uns zu wünschen, es anders gemacht zu haben. Gott hat Verständnis dafür und sympathisiert mit uns. Doch es ist ein Fehler, über das Gute hinwegzusehen, das ebenfalls aus solchen Erfahrungen resultiert – die Weisheit, die Reife und andere gemachte Erfahrungen, durch die unser Charakter geformt wurde und die uns auf das Kommende vorbereiteten.
Wenn du auf deine Vergangenheit zurückblickst, bemüh dich bewusst, dich all des Guten zu erinnern. Denk an das Wahre, Edle, Reine, Gerechte und Liebevolle, das ebenfalls zu deiner Geschichte gehört. (Sieh nach und lerne Philipper 4:8 auswendig) Danke dem Herrn auch für die guten Entscheidungen, die du bisher getroffen hast genauso wie für die zukünftigen, bei denen Er dir helfen wird sie zu treffen. – Maria Fontaine

Die Reuestadt
Ein maßgebliches Hindernis, das Leben im Jetzt genießen zu können, sind Schuldgefühle. Sie saugen dir deine Energie weg und lassen dir wenig übrig, mit dem du positiv handeln könntest.
Mein Freund, Dwight Bain, schickte mir eine E-Mail mit etwas, das „Die Stadt der Reue“ hieß und die eine wahre Geschichte erzählt:
Eigentlich hatte ich mir nicht vorgenommen, mich auf diese Reise zu begeben, dennoch merkte ich, wie ich trotzdem meine Sachen packte. Und dann zog ich los, obwohl mir davor graute. Ich war auf einer weiteren Fahrt zur Moralpredigt.
Ich buchte meine Reservierung mit der „Hätte-ich-nur“ Fluggesellschaft. Ich gab mein Gepäck nicht auf – jeder ging mit seinem Gepäck aufs Flugzeug. Es schien mir wie ewig, wie ich mein Gepäck im Reuestadt Flughafen herumschleppen musste. Menschen aus aller Welt umgaben mich und schwankten unter dem Gewicht ihrer selbstgepackten Taschen.
Ich nahm ein Taxi zum Hotel Letzte Hoffnung, wobei der Wagen die ganze Zeit rückwärtsfuhr und der Fahrer immer über seine Schulter nach hinten schaute. Dort fand ich auch den Tanzsaal, wo meine Veranstaltung stattfinden sollte, die Jahres- Mitleidparty. Beim Anmelden entdeckte ich, dass alle meine alten Kollegen ebenfalls auf der Gästeliste standen.
Die Familie Fertig – Würde, Könnte und Sollte.
Beide der Gelegenheitens – Verpasst und Verloren.
All die Gesterns – zu viele, um sie alle nennen zu können, doch alle würden traurige Geschichten zu erzählen haben.
Geplatzte-Träume und Gebrochene-Versprechen werden auch da sein in Begleitung ihrer Freunde Gib-Mir-Keine-Schuld und Konnte-Nichts-Dafür.
Und natürlich wird es unendliche Stunden Unterhalten geben vom weltbekannten Märchenerzähler Die-Sind-Schuld.
Noch als ich mich auf eine wirklich lange Nacht einstellte, wurde mir bewusste, wie es in der Hand einer Person lag, alle diese Leute nach Hause zu schicken und die Party abzubrechen: Ich. Ich bräuchte mich nur umdrehen, zur Gegenwart zurückkehren und mich auf einen neuen Tag freuen.
Wenn du feststellst, unterwegs zum Flug nach Reuestadt zu sein, werde dir bewusst, dass du den Flug selbst gebucht hast und ihn auch jederzeit wieder stornieren kannst – gebührenfrei und ohne Strafzoll. Allerdings bist du der einzige, dem das möglich ist. – John C. Maxwell (Mit Fehlern vorwärtskommen (Nashville, TN: Thomas Nelson, 2000)

Gib zu, dass du Hilfe brauchst
Wenn ich in deine Augen schaue, sehe ich dein Bedauern. Ich würde dich gerne von ihrem Gewicht befreien und den Schmerz und das Leid lindern, das es dich kostet. Übergib deine Reue und Bedauern einfach mir; bitte um Hilfe.
Ich bin denen nahe, die verzweifelt sind und die den Mut verloren haben. (Psalm 34:18,19) Versuche nicht, den Schmerz in deinem Herzen vor mir oder dir selbst zu verbergen. Mach dir nicht vor, es gäbe ihn nicht. Da ich schon alles von dir kenne, und es ändert kein Bisschen an meiner Liebe zu dir.
Du meinst, du verdienst die Schuldenlast und die Gewissensbisse, doch das ist nicht ihr Sinn. Du hast Fehler gemacht, dazu bin ich ausdrücklich gekommen, deine Schultern von diesen Fehlern und Sünden zu befreien. Bitte mich, dir zu vergeben, dann werde ich sowohl dir vergeben, als auch dich von der Last und dem Gewicht der Reue befreien. – Jesus in Prophezeiung

* * *

Nein, liebe Freunde, ich bin noch nicht alles, was ich sein sollte, aber ich setze meine ganze Kraft für dieses Ziel ein. Indem ich die Vergangenheit vergesse und auf das schaue, was vor mir liegt, versuche ich, das Rennen bis zum Ende durchzuhalten und den Preis zu gewinnen, für den Gott uns durch Christus Jesus bestimmt hat. – Philipper 3:13-14

 

Erschienen auf Anker im Juli 2016
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Copyright © 2016 The Family International.

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