Ein Zufall?

Ein Zufall?

Von Ed Koper (Courtesy of Chicken Soup for the Christian Soul.)

„Wenn ihr gebt, werdet ihr erhalten. Was ihr verschenkt, wird zusammengepresst und gerüttelt, in einem vollen, ja überreichlichen Maß zu euch zurückfließen. Nach dem Maß, mit dem ihr gebt, werdet ihr zurückbekommen.“  -Lukas 6:38

Ich war sehr stolz auf meine Tochter Emily. Sie war gerade neun Jahre alt und hatte das ganze Jahr über brav ihr Taschengeld gespart und versucht, durch kleine Jobs in der Nachbarschaft etwas dazu zu verdienen. Emily war entschlossen, genug Geld zusammenzusparen, um sich ein Mountainbike leisten zu können. Das wünschte sie sich schon seit langem, deshalb hatte sie sich seit Anfang des Jahres eifrig Geld auf die Seite gelegt.

„Wie geht’s mit dem Sparen voran, Schatz?«, fragte ich sie kurz nach dem Thanksgiving (Danksagefest). Ich wusste, dass sie das Geld bis zu Weihnachten zusammen haben wollte.

»Ich hab jetzt neunundvierzig Dollar, Paps«, antwortete sie, »aber ich bin mir nicht sicher, ob ich’s noch rechtzeitig schaffe.«

»Du hast wirklich hart dafür gearbeitet «, erwiderte ich in ermutigendem Ton. »Mach weiter so! Aber du hast ja immer noch die Möglichkeit, dir etwas aus meiner Fahrradsammlung aussuchen zu können.«

»Danke, Paps, aber deine Fahrräder sind so alt.«

Ich schmunzelte, wusste aber, dass sie Recht hatte. Da ich ein Liebhaber von alten Rädern war, waren meine Kinderräder alles Modelle aus den fünfziger Jahren. Das sind nicht gerade die Modelle, worauf Kids von heute stehen.

Als die Weihnachtszeit näher rückte, gingen Emily und ich los, um die Preise zu vergleichen. Wir sahen einige günstigere Räder, die für Emily‘s Geldbeutel gerade noch erschwinglich waren. Als wir einen Laden verließen, sah sie einen Helfer der Heilsarmee, der neben einem großen Kessel mit einer Glocke läutete. »Können wir ihm etwas geben, Papa?«, fragte sie.

»Leider hab ich kein Kleingeld, Emily«, antwortete ich.

Emily arbeitete fleißig den ganzen Dezember hindurch, und es sah fast so aus, als ob sie endlich ihr Ziel erreichen würde. Eines Tages kam sie plötzlich die Treppe herunter und machte ihrer Mutter in der Küche eine Ankündigung.

Die Freude, das Leben anderer zu erhellen, die Lasten gegenseitig zu tragen, die Bürden anderer zu erleichtern und leere Herzen und Leben mit großzügigen Gaben zu füllen, wird für uns zum Zauber der Weihnacht. – W. C. Jones * * *

Die Freude, das Leben anderer zu erhellen, die Lasten gegenseitig zu tragen, die Bürden anderer zu erleichtern und leere Herzen und Leben mit großzügigen Gaben zu füllen, wird für uns zum Zauber der Weihnacht. – W. C. Jones
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»Mama«, sagte sie zögernd, »du weißt doch, dass ich all das Geld zusammengespart hab?«

»Ja, mein Schätzchen«, lächelte meine Frau Diane.

»Gott hat mir gesagt, dass ich es den armen Leuten geben soll.«

Diane kniete sich hin, um ihr in die Augen zu sehen. »Das ist ein sehr lieber Gedanke, Schatz. Aber du hast das ganze Jahr gespart. Vielleicht solltest du nur einen Teil davon spenden.«

Emily schüttelte heftig den Kopf: »Gott sagte alles!«

Als wir sahen, das sie es ernst meinte, machten wir ihr mehrere Vorschläge, wem sie helfen könnte. Aber Emily hatte genaue Anweisungen erhalten, und so händigte sie an einem kalten Sonntagmorgen ihre gesamten Ersparnisse von 58 Dollar ohne großes Aufheben einem überraschten und dankbaren freiwilligen Helfer der Heilsarmee.

Ich war von Emily’s Selbstlosigkeit noch immer berührt, als ich erfuhr, dass ein Autohändler gebrauchte Fahrräder sammelte, um sie wieder in Stand zu setzen und zu Weihnachten an arme Kindern zu verschenken. Mir dämmerte, dass ich sicherlich ein Rad aus meiner Sammlung hergeben könnte, wenn meine neunjährige Tochter all ihre Ersparnisse einfach so weggegeben hatte.

Als ich gerade dabei war, in der Garage ein poliertes, aber altmodisches Kinderfahrrad aus der Reihe zu nehmen, kam es mir vor, als ob das Rad daneben plötzlich einen überirdischen Schimmer annahm. Sollte ich ein zweites Rad verschenken? Nein, das eine würde sicherlich genügen.

Es ist die persönliche Rücksichtnahme, die warme menschliche Aufmerksamkeit, das Ausstrecken des Selbst zu seinem Mitmenschen, was das Geben dem Geist der Weihnacht würdig macht. — Isabel Currier * * *

Es ist die persönliche Rücksichtnahme, die warme menschliche Aufmerksamkeit, das Ausstrecken des Selbst zu seinem Mitmenschen, was das Geben dem Geist der Weihnacht würdig macht. — Isabel Currier
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Als ich zum Auto ging, konnte ich das Gefühl nicht loswerden, dass ich das zweite Fahrrad auch verschenken sollte. Wenn Emily himmlischen Anweisungen zu folgen vermochte, entschied ich mich, konnte ich das auch. Ich ging zurück und lud auch das zweite Rad in den Kofferraum und machte mich auf den Weg zum Autohändler.

Als ich die Fahrräder ablieferte, dankte mir der Händler und erklärte: »Damit machen sie zwei Kinder sehr glücklich, Mister Koper. Und hier sind Ihre Lose.«

»Lose?« fragte ich.

»Ja! Für jedes gespendete Rad geben wir ein Los, mit dem man ein nagelneues Herrenrad gewinnen kann – ein 21-Gang-Mountainbike von einem örtlichen Fahrradgeschäft. Hier sind also Ihre zwei Lose – damit haben sie eine doppelte Gewinnchance.«

Warum war ich eigentlich nicht überrascht, als das zweite Los den Preis gewann? »Ich kann nicht glauben, dass du gewonnen hast!«, lachte Diana erfreut.

»Ich hab nicht gewonnen«, sagte ich, »ist ja ziemlich klar, dass Emily gewonnen hat.«

Und warum war ich nicht überrascht, als der Fahrradhändler das versprochene Herrenrad zuvorkommend gegen ein wunderschönes neues Mountainbike für Mädchen austauschte?

Zufall?

Vielleicht. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass es Gottes Art und Weise war, ein kleines Mädchen zu belohnen, das erwachsen genug war, einen Herzenswunsch für andere zu opfern. Gleichzeitig erteilte sie ihrem Paps eine Lektion über Nächstenliebe und die Kraft des Herrn.

* * *

Um so wie Emily und auch ihr Vater handeln zu können, braucht es sehr viel Vertrauen in Gott. Haben wir das selbst?

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